EU-Programm Erasmus+ (2014-2020)

Erasmus+ ist das EU-Programm für die allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für den Zeitraum 2014 bis 2020. Der Bildungsbereich ist in die vier Sektoren Schulbildung (=Allgemeinbildung), Berufsbildung, Hochschulbildung und Erwachsenenbildung unterteilt.  Im Zentrum des Programms stehen die Förderung von Mobilität und transnationaler Zusammenarbeit sowie der Austausch bewährter Praxis. Im Sport konzentriert sich das Programm vor allem auf Kooperationsprogramme und den Breitensport.

Erasmus+ bietet die Chance, in einem anderen europäischen Land zu lernen, zu studieren, zu unterrichten und zu lehren, ein Praktikum zu absolvieren oder grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Das Programm verbessert die fachlichen, sprachlichen, sozialen und interkulturellen Kompetenzen von Lehrenden und Lernenden. Zusätzlich wird ein erhöhtes Bewusstsein für ein gemeinsames Europa und seine Vielfalt geschaffen. Erasmus+ ergänzt und unterstützt die nationalen bildungspolitischen Schwerpunktsetzungen und Prioritäten. Die Internationalisierung im Bildungs-und Hochschulbildungsbereich, die Förderung der europäischen Dimension sowie die Mobilität haben in Österreich eine Breitenwirkung entfaltet, die ohne die EU-Bildungsprogramme nicht denkbar wäre.

Erasmus+ leistet einen Beitrag zur Europa 2020-Strategie für Wachstum, Beschäftigung, soziale Gerechtigkeit und Inklusion sowie zu den Zielen von ET2020, dem strategischen Rahmen der EU für allgemeine und berufliche Bildung.

Zwischen 2014 und 2020 werden von der Europäischen Union 14,7 Milliarden Euro für das Programm bereitgestellt. Zusätzlich stehen rund 1,68 Milliarden Euro für die Kooperation mit Partnerländern zur Verfügung. 77,5 % der gesamten Mittel für Erasmus+ sind für den Bildungsbereich vorgesehen. Bis zu fünf Millionen junge Menschen und Erwachsene in Europa haben durch Erasmus+ von 2014 bis 2020 die Möglichkeit, in einem anderen Land zu lernen und zu studieren, eine Ausbildung zu absolvieren, zu arbeiten oder eine Freiwilligentätigkeit auszuüben.

Das Programm ist in drei Leitaktionen gegliedert:

  • Leitaktion 1: Mobilität von Studierenden, Schüler/innen in der Berufsbildung, Lehrlingen und Lehrenden zu Lernzwecken bzw. zur Fortbildung, von Pädagog/innen und allgemeinem Schul- und Hochschulpersonal; Freiwilligentätigkeit und Jugendaustausch;
  • Leitaktion 2: Strategische Partnerschaften – Vernetzung zwischen Schulen, Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie der Hochschul- und Erwachsenenbildung, Jugendorganisationen und Unternehmen. Innerhalb dieser Partnerschaften wird z. B. auch die Mobilität von Schüler/innen allgemein bildender Schulen oder von Studierenden gefördert;
    Erasmus Mundus Joint Master Degree – Entwicklung von Masterstudiengängen, die einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der Hochschulen leisten;
    Capacity Building in Higher Education – Projekte, die der Modernisierung, Zugänglichkeit und Internationalisierung der Hochschulbildung in Partnerländern außerhalb Europas dienen;
    Knowledge Alliances – transnationale ergebnisorientierte Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen und Unternehmen mit dem Ziel neue innovative Lern- und Lehrmethoden zu schaffen, Förderung der Interdisziplinarität und des Austauschs dieser neuen Ideen;
    Sector Skills Alliances – Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Berufsbildungsanbietern und der Arbeitswelt zur Erstellung neuer branchenspezifischer oder branchenübergreifender Curricula und zur Entwicklung neuer Methoden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung;
    Jean Monnet-Maßnahmen – Unterstützung von Forschung und Lehre zur Europäischen Integration, zur Ausweitung und Diversifizierung von EU-Studien: Förderung von Modulen, Lehrstühlen, Exzellenzzentren, Netzwerken, Debatten mit der akademischen Welt;
  • Leitaktion 3: Unterstützung politischer Reformenu. a. Aktivitäten zur Anwendung der Transparenz- und Anerkennungsinstrumente, Unterstützung EU-weiter Netze.

Das BMBWF ist österreichische nationale Behörde zur Umsetzung von Erasmus+ und für die Gesamtkoordination der Teilbereiche des Programms verantwortlich. Die Gesamtkoordination erfolgt durch die Abt. III/1 (EU-Koordination und multilaterale Angelegenheiten).

Die OeAD-GmbH wurde als Nationalagentur mit der Umsetzung und Verwaltung des Bildungsteils von Erasmus+ beauftragt. Die Nationalagentur Erasmus+ Bildung bei der OeAD-GmbH betreut Erasmus+ in Österreich und bietet Beratung und Informationen für Antragsteller/innen.

Geändert am: 08.04.2019

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Rundschreiben Nr. 4/2019