Europa 2020 Strategie

Im Juni 2010 beschloss der Europäische Rat die wirtschaftspolitische Strategie der Europäischen Union "Europa 2020". Die Strategie dient der EU als Richtschnur für die Förderung von Wachstum und Beschäftigung in diesem Jahrzehnt. 

Kernelemente der "Europa 2020" Strategie

Die Wachstumsstrategie Europa 2020 setzt drei Schwerpunkte: intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum für eine europäische soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert. Die Schwerpunkte bilden eine strategische Klammer für die verschiedenen Reforminitiativen und Maßnahmen der Mitgliedstaaten und der Europäischen Union. Maßnahmen im Bereich Bildung spielen dabei in allen drei Schwerpunktbereichen eine wichtige Rolle.

Die Fortschritte der Europa 2020 Strategie werden anhand von fünf europäischen Kernzielen gemessen. Diese Kernziele geben einen Überblick darüber, wo die EU im Jahr 2020 in wichtigen Bereichen stehen sollte. Zusätzlich haben die Mitgliedstaaten nationale Ziele zur Umsetzung der gemeinsamen europäischen Ziele festgelegt.

  • Bildung: Das Bildungsniveau soll verbessert werden, wobei insbesondere angestrebt wird, die Schulabbrecherquote auf unter 10 % zu senken und den Anteil der 30- bis 34-Jährigen, die ein Hochschulstudium abgeschlossen haben oder über einen gleichwertigen Abschluss verfügen, auf mindestens 40 % zu erhöhen.
  • Beschäftigung: Unter den 20- bis 64-jährigen Frauen und Männern wird eine Beschäftigungsquote von 75 % angestrebt.
  • Forschung & Entwicklung und Innovation: Die Bedingungen für Forschung und Entwicklung sollen verbessert werden – insbesondere mit dem Ziel, ein öffentliches und privates Investitionsvolumen auf diesem Gebiet von insgesamt 3 % des BIP zu erreichen.
  • Klimawandel und Energie: Die Treibhausgasemissionen sollen gegenüber dem Niveau des Jahres 1990 um 20 % verringert werden, der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch soll auf 20 % steigen und es wird eine Erhöhung der Energieeffizienz in Richtung 20 % angestrebt.
  • Armut und soziale Ausgrenzung: Die soziale Eingliederung soll insbesondere durch die Verminderung der Armut gefördert werden, wobei angestrebt wird, mindestens 20 Millionen Menschen vor dem Risiko der Armut oder der Ausgrenzung zu bewahren.

Effektivere Umsetzung der Strategie, stärkere wirtschaftspolitische Koordinierung und politische Verbindlichkeit

Zur Verstärkung der wirtschaftspolitischen Überwachung wurde als Steuerungsinstrument das sogenannte Europäische Semester geschaffen. In der Praxis bedeutet das, dass in der ersten Jahreshälfte die Mitgliedstaaten Angaben zur mittelfristigen Haushaltsplanung über die Stabilitäts- und Konvergenzprogramme und über die wirtschaftspolitischen Reformschwerpunkt auf Basis der Integrierten Leitlinien ein nationales Reformprogramm (NRP) vorlegen. Darin skizzieren sie ihre Strategie für nachhaltiges Wachstum und solide öffentliche Haushalte. In Österreich wird das Nationale Reformprogramm unter Einbeziehung aller Ressorts, Sozialpartner, Länder- und Gemeindevertreter sowie Vertretern der Zivilgesellschaft erstellt.

Die Kommission bewertet diese und legt das Ergebnis dieser Bewertung dem Rat vor. Auf Basis dieser Bewertung werden länderspezifische Empfehlungen verabschiedet, die von den jeweiligen Mitgliedstaaten in der weiteren Planung und Umsetzung in der zweiten Jahreshälfte zu berücksichtigen sind. Ziel dieses Verfahrens ist es, frühzeitig Unstimmigkeiten und entstehende Ungleichgewichte aufzuzeigen, sodass rechtzeitig gegengesteuert werden kann. 

Im Jahr 2017 wurden für Österreich zwei länderspezifische Empfehlungen für mehrere Politikbereiche verabschiedet. Im Bereich Bildung betreffen die Empfehlungen für die Jahre 2017-2018 die Verbesserung der Bildungsergebnisse benachteiligter junger Menschen, insbesondere jener mit Migrationshintergrund. 

Geändert am: 06.04.2018

Nach oben