Aktuelle EU-Dossiers im Bereich Bildung

Inhaltsverzeichnis

2017

Empfehlung des Rates über den Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen und zur Aufhebung der Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen

Der Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR)  wurde 2008 durch eine Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates eingerichtet. Sein Ziel war, die Transparenz, Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit der Qualifikationen in Europa zu verbessern. Der EQR ist ein gemeinsames europäisches Referenzsystem, das die verschiedenen nationalen Qualifikationssysteme und -rahmen miteinander verknüpft. In der Praxis soll der EQF als Übersetzungsinstrument fungieren, welches Qualifikationen zwischen den Mitgliedsstaaten verständlicher macht.

Trotz der erfolgreichen Umsetzung der Empfehlung über den EQR aus dem Jahr 2008 wurden deren Ziele – Transparenz, Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit von Qualifikationen – nicht vollständig erreicht. Die EK führt dies in erster Linie auf die Beschränkungen der Empfehlung selbst zurück und hat daher eine überarbeitete Empfehlung vorgelegt.
Mit der Überarbeitung der EQR Empfehlung soll der existierende Referenzierungsprozess des Europäischen Qualifikationsrahmens gestärkt werden, die Vergleichbarkeit und Transparenz von Qualifikationen verbessert werden und flexiblere Lernwege unterstützt werden. 

Empfehlung des Rates über den Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen und zur Aufhebung der Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen


Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zu Inklusion in Vielfalt mit dem Ziel einer hochwertigen Bildung für alle

Die Schlussfolgerungen sind als Follow-Up zur Paris Erklärung der Bildungsminister/innen vom März 2017 zu sehen (Erklärung zur Förderung von Politischer Bildung und der gemeinsamen Werte von Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung). 

Die Mitgliedstaaten werden u. a. aufgefordert, ganzheitliche Schulkonzepte (whole school approach) zu prüfen, eine demokratische Schulkultur, sowie Maßnahmen gegen Ausgrenzung und Radikalisierung zu fördern, flexible Bildungswege unter besonderer Berücksichtigung der frühkindlichen Bildung zu ermöglichen und Diversität auf allen Ebenen des Bildungssystems zu berücksichtigen.

Die Europäische Kommission wird u. a. aufgefordert, den Austausch von bewährten Verfahren zu unterstützen, wirksame Investitionen in inklusive Bildung zu fördern, Lernen zum Thema "Inklusion in Vielfalt" durch Fortbildungsprogramme für Lehrkräfte zu stärken und die vorliegenden Schlussfolgerungen bei allen weiteren Arbeiten zum Thema zu berücksichtigen.

Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zu Inklusion in Vielfalt mit dem Ziel einer hochwertigen Bildung für alle


2016

Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zur Prävention von Radikalisierung, die zu gewaltbereitem Extremismus führt

Die Schlussfolgerungen betonen, dass eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit zur Prävention von Radikalisierung notwendig ist, um jungen Menschen bessere Chancen zu geben. Bildung spielt dabei eine zentrale Rolle. Insbesondere geht es  um die Förderung von sozialer Integration und der gemeinsamen Werte der Union sowie um eine Verbesserung der sozialen Mobilität und Integration. Neben der Bildung sind auch Jugendarbeit, Breitensport und kulturelle Aktivitäten wirksame Mittel um radikalisierungsgefährdete junge Menschen zu erreichen. Daher sollte ein Fokus auf die Kooperation mit anderen Stakeholdern (Familien, lokalen Communities, Jugendorganisationen…) und die Unterstützung von Lehrkräften gelegt werden. Lehrkräfte sollten über Kompetenzen verfügen, um frühe Anzeichen von Radikalisierung zu erkennen. Unterstützt werden sollen Freiwilligentätigkeit, global citzenship education und inklusive Bildung. Die Schlussfolgerungen weisen u. a. auch auf das Problem der Nutzung sozialer Medien für Radikalisierung (bspw. Anwerben) und Hassreden hin. Daher solle die Zusammenarbeit mit Providern, Meldestellen für Internetinhalte und Organisationen der Zivilgesellschaft gestärkt werden, um gegenseitige Achtung zu fördern und um Hassreden und terroristischer Propaganda positive Alternativen entgegenzustellen. 

Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zur Prävention von Radikalisierung, die zu gewaltbereitem Extremismus führt


Empfehlung des Rates für Weiterbildungspfade: neue Chancen für Erwachsene

70 Millionen EuropäerInnen können nicht sinnerfassend lesen, schreiben oder rechnen und verfügen über geringe digitale Kompetenzen. Viele Menschen gehen einer Tätigkeit nach, die nicht ihren Talenten entspricht, auf der anderen Seite geben 40% aller europäischen ArbeitgeberInnen an, Schwierigkeiten zu haben gut ausgebildete ArbeitnehmerInnen zu finden.

Der Vorschlag zielt darauf ab, geringqualifizierten Erwachsenen Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten, damit sie ein Mindestniveau an Lese-, Schreib-, Rechen- und digitalen Kompetenzen, sowie ein breites Spektrum von Fähigkeiten, Kenntnissen und Kompetenzen erwerben, um sich dem EQR-Niveau (Europäischer Qualifikationsrahmen) 3 oder 4 anzunähern. 

  • Das Konzept der Weiterbildungspfade soll auf drei Stufen aufgebaut werden: 
  • Bewertung der vorhandenen Kompetenzen,
  • Bereitstellung eines maßgeschneiderten, flexiblen und hochwertigen Lernangebotes, sowie anschließende Validierung und Anerkennung der erworbenen Kompetenzen. 

Die Empfehlung sieht vor, dass nationale Gegebenheiten und Rechtsvorschriften sowie verfügbare Ressourcen berücksichtigt werden. Die Europäische Kommission soll die Umsetzung der Maßnahmen in den Mitgliedstaaten verfolgen und fördern, sowie eine Bestandsaufnahme bis Ende 2018 vorlegen.

Empfehlung des Rates für Weiterbildungspfade: neue Chancen für Erwachsene


Schlussfolgerungen des Rates zur Entwicklung der Medienkompetenz und des kritischen Denkens durch allgemeine und berufliche Bildung

Ein Jahr nach der Paris Erklärung vom März 2015 verabschiedeten die BildungsministerInnen beim Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport am 30.Mai 2016 Schlussfolgerungen zur Medienkompetenz.

In Anbetracht dessen, dass v.a. neue Medien verstärkt für die Verbreitung extremistischer Ideologien bzw. für die Rekrutierung genutzt werden, wird die Rolle der Bildung für die Vermittlung von Medienkompetenz als die Fähigkeit, die Medien zu nutzen, die verschiedenen Aspekte der Medien und Medieninhalte zu verstehen und kritisch zu bewerten sowie selbst in vielfältigen Kontexten zu kommunizieren, unterstrichen. Kritisches und kreatives Denken und Handeln sind dabei zentrale Aspekte der Medienbildung. Media Literacy verbindet damit die eher technischen Aspekte digitaler Kompetenz mit sozialen Kompetenzen und politischer Bildung.

Die Mitgliedsstaaten werden eingeladen, Media Literacy im Kontext politischer Bildung mehr Aufmerksamkeit zu widmen und die digitalen Kompetenzen aller BürgerInnen zu verbessern, um ihnen eine aktive Teilnahme am demokratischen Leben moderner Gesellschaften zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, benötigen auch Lehrkräfte die entsprechenden Fertigkeiten und pädagogischen Ressourcen.

Die Europäische Kommission wird aufgefordert, diese Bemühungen zu unterstützen, u.a. durch Peer Learning, Berücksichtigung in der anstehenden New Skills Agenda und Kooperationen mit UNESCO, Europarat und der OECD

Schlussfolgerungen des Rates zur Entwicklung der Medienkompetenz und des kritischen Denkens durch allgemeine und berufliche Bildung


Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zur Förderung der sozioökonomischen Entwicklung und Inklusion in der EU durch Bildung: Beitrag der allgemeinen und beruflichen Bildung zum Europäischen Semester 2016

Am 24. Februar verabschiedeten die BildungsministerInnen eine Entschließung zur Förderung der sozioökonomischen Entwicklung und Inklusion in der EU durch Bildung, als Beitrag der allgemeinen und beruflichen Bildung zum Europäischen Semester 2016.

Die Entschließung unterstreicht die Bedeutung der Bildung für Wachstum und Beschäftigung, in Anbetracht der Flüchtlingskrise aber auch verstärkt für den Kampf gegen Radikalisierung, für die Herstellung von Chancengleichheit, bessere Integration, sowie die Förderung aktiver Bürgerschaft und gemeinsamer Werte.

Dem Europäischen Rat wird nahegelegt,

  1. dass Bildung Schlüsselelement eines umfassenden Ansatzes sein sollte, der darauf abzielt, die sozioökonomische Entwicklung und die Inklusion zu fördern. Dies erfordere gezielte Reformen der Bildungssysteme aber auch Vorrang für Investitionen in die Bildung.
  2. dass lebenslanges Lernen der Schlüssel zu einem gut funktionierenden Arbeitsmarkt ist. Wichtig sei, das Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage sowohl vom Bildungs- als auch vom Beschäftigungssektor anzugehen.
  3. dass die emanzipatorische Wirkung der Bildungssysteme gestärkt werde und gleiche Ausgangsbedingungen für alle unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status, Migrationshintergrund oder Geschlecht gewährleistet werden sollten.

Die Europäische Kommission wird aufgefordert, diese Prozesse mit europäischen Instrumenten, bzw. v.a. dem Programm Erasmus+ bestmöglich zu unterstützen und die Bedeutung der Bildung für eine Nachfolge-Strategie von EU2020 zu bekräftigen, bzw. dabei auch breiter angelegte Initiativen, wie die von den Vereinten Nationen für 2030 festgelegten Entwicklungsziele, zu berücksichtigen.

Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zur Förderung der sozioökonomischen Entwicklung und Inklusion in der EU durch Bildung: Beitrag der allgemeinen und beruflichen Bildung zum Europäischen Semester 2016


2015

Schlussfolgerungen des Rates zur Senkung der Schulabbrecherquote und zur Förderung des schulischen Erfolges

Vier Jahre nach der Verabschiedung einer Empfehlung für politische Strategien zur Senkung der SchulabbrecherInnenquote zog der Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport am 24. November 2015 Bilanz zu den bisherigen Fortschritten.

Seit Verabschiedung der Ratsempfehlung im Jahr 2011 sind viele frühere Erkenntnisse  durch Peer-Learning, den Austausch bewährter Verfahren und eine gründliche Analyse der auf nationaler Ebene verfolgten Strategien vertieft und ergänzt worden. Obwohl bei der Senkung der SchulabbrecherInnenquote substanzielle Fortschritte erzielt worden sind, gibt es immer noch zu viele SchülerInnen, die die Schule oder die Ausbildung vorzeitig abbrechen, insbesondere aus sozioökonomisch benachteiligten Familien. Die Schlussfolgerungen bauen stark auf den Ergebnissen der OMK Arbeitsgruppe Schule auf.

Österreich gehört zu den Ländern, die das Early School Leaving Ziel mit einer Quote von derzeit 7 % bereits erreicht hat und eine nationale Strategie dazu ausgearbeitet hat.

Die MS wurden aufgefordert, die Empfehlung aus 2011 umzusetzen - insbesondere umfassende Strategien zu entwickeln, eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen allen Stakeholdern zu fördern, die Datenerhebung auf nationaler Ebene auszubauen und gegebenenfalls die nationalen Ziele ambitionierter zu setzen. Weiters weisen die Schlussfolgerungen auf die zentrale Rolle von frühkindlicher Bildung und von Reformen der Bildungssysteme hin, um Übergänge zu erleichtern und Ungleichheiten entgegenzuwirken. Unterstützt werden sollen u.a. auch schulzentrierte Konzepte zur Senkung der Quote, Qualitätssicherungssysteme, Förderkonzepte für Lernende, Exzellenz in der Schulverwaltung, Kooperationen zwischen Schulformen, Frühwarnsysteme etc.

Schlussfolgerungen des Rates zur Senkung des Anteils der vorzeitigen Schulabgänger und zur Förderung des schulischen Erfolgs 

Gemeinsamer Bericht des Rates und der Kommission 2015 über die Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) – Neue Prioritäten für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung

Am 23. November 2015 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport den gemeinsamen Zwischenbericht zu ET 2020.

Der strategische Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung "Education and Training 2020" (ET 2020) bietet eine Plattform für Diskussionen und den Austausch bewährter Verfahren, die wiederum Impulse für nationale Reformen setzen soll.

ET 2020“ definiert vier strategische Ziele für die europäische Bildungszusammenarbeit:

  1. Lebenslanges Lernen und Mobilität als Realität,
  2. Verbesserung der Qualität und der Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung,
  3. Förderung von Gerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt und aktiver Bürgerschaft und
  4. Förderung von Kreativität und Innovation – einschließlich unternehmerischen Denkens – auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Die MS legen weiters zusammen mit der Europäischen Kommission prioritäre Bereiche fest, in denen sie auf freiwilliger Basis zusammenarbeiten. Gemeinsam definierte Benchmarks dienen dazu, Fortschritte in der gemeinsamen Arbeit sichtbar zu machen.

Trotz klarer Fortschritte bei wichtigen Benchmarks (zB haben mittlerweile 19 MS das Kernziel bei frühen Schulabbrechern erreicht)  bleiben zahlreiche Herausforderungen bestehen. Diese bilden die Grundlage für die neuen prioritären Bereiche der europäischen Bildungszusammenarbeit.

Gemeinsamer Bericht des Rates und der Kommission 2015 über die Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020)

Schlussfolgerungen des Rates über die Rolle der frühkindlichen Bildung und der Grundschulbildung bei der Förderung von Kreativität, Innovation und digitaler Kompetenz

Am 18. Mai 2015 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport Schlussfolgerungen Rates über die Rolle der frühkindlichen Bildung und der Grundschulbildung bei der Förderung von Kreativität, Innovation und digitaler Kompetenz.

Die frühe Förderung von Kreativität, Innovation und digitaler Kompetenz legt das Fundament, auf dem später Kenntnisse weiterentwickelt werden. Mit einer frühen Grundlage werden alle Kinder stärker befähigt, ein kreatives und kritisches Denken zu entwickeln, so dass sie in der Lage sind, die Herausforderungen einer zunehmend vernetzten und globalisierten Welt zu bewältigen. In Zukunft wird wirtschaftlicher Erfolg unter anderem davon abhängen, dass die Bürgerinnen und Bürger über kreative und innovative Fähigkeiten sowie eine hohe digitale Kompetenz verfügen.

Die Mitgliedstaaten werden u.a. ersucht, sicherzustellen, dass Lehrkräfte über entsprechende Kompetenzen verfügen und mit geeigneten pädagogischen Konzepten ausgestattet sind, Kreativität und Innovation sowie digitalen Kompetenzen zu vermitteln. Bildungseinrichtungen sollten dafür auch angemessen ausgestattet sein.

http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-8397-2015-INIT/de/pdf


2014

Schlussfolgerungen des Rates zur unternehmerischen Kompetenz in der allgemeinen und beruflichen Bildung

Am 12. Dezember 2014 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport Schlussfolgerungen zur unternehmerischen Kompetenz in der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Darin heben sie hervor, dass unternehmerische Kompetenz die Entwicklung einer Reihe von Fähigkeiten erfordert, auf die auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung eingegangen werden sollte. Auch müssten die Verbindungen zwischen Bildungssystemen und Wirtschaft intensiviert werden.

In den Schlussfolgerungen werden die Mitgliedstaaten und die Kommission ersucht, die Möglichkeiten, die Erasmus+ bei der Unterstützung von Bildung für unternehmerisches Denken bietet, voll auszuschöpfen und andere europäische Ressourcen, wie den Europäischen Sozialfonds, bestmöglich zu nutzen.

Schlussfolgerungen des Rates zur unternehmerischen Kompetenz in der allgemeinen und beruflichen Bildung


Schlussfolgerungen des Rates zur Qualitätssicherung in der allgemeinen und beruflichen Bildung 

Am 21. Mai 2014 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport Schlussfolgerungen zur Qualitätssicherung in der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Um die Herausforderungen der gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen im Bildungsbereich, wie z.B. digitale Lernangebote und offene Online-Lehrveranstaltungen (MOOC), zu bewältigen, soll die Leistungsfähigkeit der Qualitätssicherungssysteme gesteigert und ausreichende Flexibilität hinsichtlich des Aufgabenbereichs der Qualitätssicherungsagenturen eingeräumt werden.  

Die Mitgliedstaaten sind u.a. dazu eingeladen,

  • eine Kultur der Qualitätsverbesserung zu entwickeln und zu fördern
  • verstärkte Transparenz der Resultate von Qualitätsassessments sicherzustellen,
  • länderübergreifende Kooperationen in der Qualitätssicherung zu fördern
  • die Überarbeitung der Europäischen Standards und Leitlinien für Qualitätssicherung in der Hochschulbildung zu unterstützen,
  • die Qualität der Bildung in Hochschulen mit Niederlassungen und Franchise-Kursen im Ausland mit Hilfe von nationalen Qualitätssicherungsagenturen sicher zu stellen.

Schlussfolgerungen des Rates zur Qualitätssicherung in der allgemeinen und beruflichen Bildung  


Schlussfolgerungen des Rates zu effizienter Ausbildung von Lehrer/innen 

Am 21. Mai 2014 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport Schlussfolgerungen zu effizienter Ausbildung von Lehrer/innen. Um neuen Anforderungen gerecht zu werden, brauchen Lehrkräfte eine zeitgemäße, hochwertige Ausbildung wie auch die Motivation und Möglichkeiten zu kontinuierlicher und professioneller Weiterbildung.

Die Mitgliedstaaten sind u.a. dazu eingeladen, die Entwicklung umfassender Kompetenzrahmen für Lehrkräfte und deren Ausbilder/innen sowie digitales Lehren und Lernen zu fördern. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass sowohl die Ausbilder/innen von zukünftigen Lehrkräften als auch die Lehrkräfte selbst über alle notwendigen Kompetenzen verfügen.

Das EU-Programm Erasmus+ und der Europäische Sozialfonds leisten in diesem Kontext einen wichtigen Beitrag und sollten nach Möglichkeit insbesondere für Mobilitätsmaßnahmen genützt werden.

Schlussfolgerungen des Rates zu effizienter Ausbildung von Lehrer/innen  


Schlussfolgerungen des Rates zur Mehrsprachigkeit und zum Ausbau der Sprachenkompetenzen 

Am 21. Mai 2014 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport Schlussfolgerungen zur Mehrsprachigkeit und zum Ausbau der Sprachenkompetenzen. Die Mitgliedstaaten sind dazu eingeladen, Maßnahmen zur Förderung der Mehrsprachigkeit und zur Steigerung der Qualität und Effi­zienz des Sprachenlernens und des Sprachunterrichts zu ergreifen bzw. zu verbessern. Vom jüngsten Kindesalter an sollen mindestens zwei Sprachen zusätzlich zur Hauptunterrichtssprache bzw. zu den Hauptunterrichtssprachen unterrichtet werden. Ferner ist u.a. das Potenzial innovativer Konzepte für die Entwicklung von Sprachenkompetenz zu erforschen, und geeignete Methoden zur Bewertung sollen entwickelt werden.

Schlussfolgerungen des Rates zur Mehrsprachigkeit und zum Ausbau der Sprachenkompetenzen


Schlussfolgerungen des Rates „Mit einer effizienten und innovativen allgemeinen und beruflichen Bildung in Qualifikationen investieren – ein Beitrag zum Europäischen Semester 2014“

Am 24. Februar 2014 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend und Kultur Schlussfolgerungen zu „Mit einer effizienten und innovativen allgemeinen und beruflichen Bildung in Qualifikationen investieren – ein Beitrag zum Europäischen Semester 2014“. Damit soll dem Bildungsbereich eine stärkere Stimme im Jahreswachstumsbericht und im Prozess der Europa 2020-Strategie gegeben wird.

Die Mitgliedstaaten werden u.a. dazu eingeladen:

  • Grundkompetenzen zu fördern sowie lebenslanges Lernen zu stärken,
  • die Botschaften der Deklaration zur European Alliance for Apprenticeships und der Empfehlung zur Einführung einer Jugendgarantie zu unterstützen,
  • digitale Fertigkeiten und Lernmethoden sowie die Ausschöpfung des Potenzials neuer Technologien zu fördern,
  • die neue Generation der europäischen Finanzierungsinstrumente, insbesondere Erasmus+ sowie die Struktur- und Investitionsfonds, voll auszuschöpfen.

Ein starker Fokus der Schlussfolgerungen liegt auf dem Bereich der Open Educational Ressources, deren Angebot weiter ausgebaut werden soll.

Schlussfolgerungen des Rates „Mit einer effizienten und innovativen allgemeinen und beruflichen Bildung in Qualifikationen investieren – ein Beitrag zum Europäischen Semester 2014“


2013

Schlussfolgerungen des Rates zu wirklicher Führungsqualität im Bildungswesen

Am 25. und 26. November 2013 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport Schlussfolgerungen zu wirklicher Führungsqualität im Bildungswesen an. Diese heben hervor, dass Führungspersonen im Bildungsbereich ein hohes Maß an Verantwortung haben - sie sind letztverantwortlich für die Qualität der Schule und müssen dafür über breite Kompetenzen verfügen. Neben der strategischen Leitung der Bildungsinstitution sind Führungskräfte vor allem auch Vorbilder für Lehrende und Schüler/innen an den Schulen. Die Rekrutierung, die Anstellungsbedingungen sowie die Vorbereitung auf die Rolle und professionelle Förderung von Führungskräften sind wesentliche Faktoren für die Qualität von Leadership im Bildungsbereic

Schlussfolgerungen des Rates zu wirklicher Führungsqualität im Bildungswesen


Schlussfolgerungen zur globalen Dimension der europäischen Hochschulbildung

Der Rat am 25. und 26. November 2013 nahm weiters Schlussfolgerungen zur globalen Dimension der europäischen Hochschulbildung an. Die Globalisierung und die technische Entwicklung verändern die Hochschullandschaft von Grund auf. Die Hochschulbildung spielt eine entscheidende Rolle für das persönliche Vorankommen der Einzelnen und für den gesellschaftlichen Fortschritt und ermöglicht es dank ihrer Wirkung auf Innovation und Forschung, hochqualifizierte, sprachgewandte Bürger/innen heranzubilden.

Schlussfolgerungen zur globalen Dimension der europäischen Hochschulbildung


Schlussfolgerungen des Rates zur sozialen Dimension der Hochschulbildung

Am 16.-17. Mai 2013 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend und Kultur Schlussfolgerungen zur sozialen Dimension der Hochschulbildung.
Die Schlussfolgerungen heben hervor, dass in Europa der Ausbau der benötigten Kompetenzen und der Aufbau des Humankapitals sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus sozialer Sicht von entscheidender Bedeutung sind. Dazu gehört auch das Streben nach einem auf mehr Chancengleichheit ausgerichteten Zugang zur Hochschulbildung und zum lebenslangen Lernen.

Schlussfolgerungen des Rates zur sozialen Dimension der Hochschulbildung


Schlussfolgerungen des Rates zu „Neue Denkansätze für die Bildung“ und den bildungspolitischen Aspekten des Jahreswachstumsberichts 2013

Am 15. Februar 2013 verabschiedeten die europäischen Bildungsminister/innen am Rat Bildung, Jugend und Kultur Schlussfolgerungen zu der von der Europäischen Kommission veröffentlichten Mitteilung „Neue Denkansätze für die Bildung“ und zu den bildungspolitischen Aspekten des Jahreswachstumsberichts 2013.

Die Mitteilung der Kommission fordert eine Neuorganisation der europäischen Aus- und Weiterbildungssysteme, damit diese die notwendigen Qualifikationen für die Welt von heute vermitteln, insbesondere im Hinblick auf das weiterhin hohe Niveau der Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Der Jahreswachstumsbericht 2013, der den ersten Schritt im 6-monatigen Zyklus der Koordinierung der Wirtschaftspolitik, dem Europäischen Semester, bildet, wurde ebenso in den Schlussfolgerungen des Rates erwähnt.

Der Jahreswachstumsbericht 2013 enthält insbesondere folgende Empfehlungen:

  • mehr Investitionen in Bildung,
  • verstärkte Bemühungen zur Senkung der Schulabbrecherquote,
  • Erleichterung des Übergangs von der Schule ins Erwerbsleben und
  • Entwicklung von unternehmerischen Qualifikationen und von Qualifikationen zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit.

2012

Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens  

Der Rat erzielte am 20. Dezember eine politische Einigung bezüglich der Empfehlung zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens.

Ziel ist es, außerhalb des regulären Bildungssystems erworbene Lernergebnisse für den Arbeitsmarkt nutzbar zu machen.
Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, bis 2018 ein nationales Validierungssystem zu etablieren, das Bürger/innen dabei unterstützt, Lernergebnisse zu identifizieren und dokumentieren, bzw. das die Lernergebnisse auch bewertet und zertifiziert.
Die Entwicklung eines solchen Verfahrens für alle Bildungssektoren ist Teil der österreichischen Strategie für lebensbegleitendes Lernen.


Schlussfolgerungen des Rates zur Lese- und Schreibkompetenz

Der Rat nahm am 26. November Schlussfolgerungen zur Lese- und Schreibkompetenz an. Jeder fünfte Jugendliche im Alter von 15 Jahren in Europa, aber auch viele Erwachsene, verfügen nicht über grundlegende Schreib- und Lesefertigkeiten. Dies verringert die Beschäftigungsfähigkeit und erhöht das Risiko sozialer Ausgrenzung.
Ein gemeinsames Ziel auf europäischer Ebene ist daher die Reduzierung des Anteils von lese- und schreibschwachen Jugendlichen und Erwachsenen zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit sowie der persönlichen Entwicklung und Teilhabe am sozialen Leben. Die vorgeschlagenen Empfehlungen zielen darauf ab, die Lese- und Schreibkompetenzen europaweit durch gezielte Maßnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonal, der Leseförderung, der Schaffung von Unterrichtsmaterialen etc. zu verbessern.


Schlussfolgerungen des Rates zur allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa 2020 – der Beitrag der allgemeinen und beruflichen Bildung zu wirtschaftlichem Aufschwung, Wachstum und Beschäftigung

Mit der Annahme der Schlussfolgerungen zur allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa 2020 unterstrich der Rat der Bildungsminister/innen am 26. November, dass die Herausforderungen der Zukunft nur mit einer erstklassigen Bildung bewältigt werden können. Innovative, gerechte und hochqualitative Bildungssysteme sind für die Erreichung der Europa 2020-Ziele für Wachstum und Beschäftigung eine zentrale Voraussetzung.
Besonderes Augenmerk liegt in diesem Kontext auf Themen wie Reduzierung von Schulabbruch, Förderung des Zugangs zu qualitativ hoher Vorschul- und Schulbildung, Übergang Schule-Arbeitswelt, verstärkte Förderung von Berufsbildung, Modernisierung der Hochschulbildung mit dem Schwerpunkt, den Anteil der Studienabbrecher/innen zu verringern, sowie auf gezielte Investitionen in Bildung und Förderung der Pädagog/innenbildung.


Gemeinsamer Bericht des Rates und der Kommission (2012) über die Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung ("ET 2020")

Am 10. Februar nehmen die europäischen Bildungsminister/innen in Brüssel den gemeinsamen Bericht des Rates und der Kommission über die Umsetzung des strategischen Rahmens für die EU-Bildungszusammenarbeit an.

2009 wurden die bildungspolitischen Prioritäten bis 2020 von den europäischen Bildungsminister/innen beschlossen. Der strategische Rahmen für die Zusammenarbeit im Bildungsbereich bis 2020 legt vier Ziele fest: Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität, Verbesserung der Qualität und Effizienz des Bildungsangebots, Förderung von Gerechtigkeit und aktivem Bürgersinn, Förderung von Innovation, Kreativität und unternehmerisches Denken. Weiters wurden fünf Benchmarks zur Überprüfung der Fortschritte definiert.

Die Europäische Kommission hat die Fortschritte der Mitgliedstaaten analysiert und in einem Fortschrittsbericht und begleitenden Länderstudien veröffentlicht. Insgesamt fällt die Beurteilung der Fortschritte Österreichs sehr positiv aus.

Schlussfolgerungen des Rates zur Beschäftigungsfähigkeit von Absolvent/innen allgemeinbildender und beruflicher Bildungsgänge

Die Benchmark für Beschäftigungsfähigkeit von Absolvent/innen soll den Übergang zwischen Ausbildung und Arbeit darstellen. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, Maßnahmen zur Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit und zur Förderung von EU-Programmen und Instrumenten (z.B.: Europass, Youthpass, EQR, ECTS, ECVET und EQAVET) zu setzen. Die Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen und Stakeholdern aus der Berufswelt soll in Folge gestärkt werden, so dass Praktika und Ausbildungsplätze in Unternehmen gefördert werden.


Kontakt

Bundesministerium für Bildung
EU-Koordination Abt. IP/1
martin.pletersek@bmb.gv.at

Ständige Vertretung Österreichs bei der EU

Mag. Franziska Staber
Attaché für Bildung
franziska.staber@bmeia.gv.at

Geändert am: 06.04.2018

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