Die Zusammenarbeit mit dem Europarat

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Bildung

Wie kann die Schule für Menschenrechte und Grundfreiheiten eintreten und die pluralistische Demokratie stärken?
Wie kann sie zur Annäherung der Völker Europas und zu einem größeren gegenseitigen Verständnis und Vertrauen in Europa beitragen?
Wie kann sie den Regierungen und Bürgern Europas helfen, den Herausforderungen unserer Gesellschaft zu begegnen?
Der Europarat versucht, diese ehrgeizigen Fragestellungen zu beantworten durch

  • wichtige Projekte betreffend die Bildungspolitik sowie die Inhalte und Methoden der schulischen und außerschulischen Erziehung;
  • Entgegennahme von Vorschlägen, Auswertung von Erfahrungen und Forschungsergebnissen;
  • Förderung von Kontakten und Austauschprogrammen im Bildungsbereich, Schaffung neuer Netze und Förderung von Partnerschaften;
  • europaweite Anerkennung von Bildungsabschlüssen;
  • Veröffentlichung praktischer Studien und Handbücher für Lehrer und Politiker.

Sprachpolitik

Österreichische Sprachenpolitik im europäischen Kontext

Österreich verfolgt seine sprachenpolitischen Ziele in enger Zusammenarbeit mit europäischen Institutionen und ist aktiv in sprachenpolitische Programme und Arbeitsschwerpunkte des Europarats und der Europäischen Union eingebunden. In Bereichen wie den lebenden Fremdsprachen (GERS - Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen, ESP - Europäisches Sprachenportfolio), Deutsch als Unterrichtssprache (Languages in Education), vor allem aber in der Förderung der Mehrsprachigkeit und der sprachlichen Vielfalt gilt die Kooperation auf europäischer Ebene als wichtiger Impulsgeber für die nationale sprachenpolitische Arbeit – und umgekehrt.

Der LEPP-Prozess

Insbesondere der von europäischer Ebene initiierte Prozess des Language Education Policy Profiles, der nicht nur einen Gesamtüberblick über die österreichische Sprach- und Sprachunterrichtspolitik ermöglicht, sondern vor allem einen Prozess der Bewusstmachung und Vernetzung für die in Österreich sprachenpolitisch aktiven Personen und Institutionen anregte, unterstützt die nationalen Bemühungen zur Förderung der individuellen Mehrsprachigkeit und sprachlichen Vielfalt maßgeblich.

Europäisches Fremdsprachenzentrum des Europarates in Graz

Österreich beteiligt sich seit den 1980er Jahren sehr engagiert an der Entwicklung und Umsetzung sprachenpolitischer Projekte und Innovationen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Einen Meilenstein auf diesem Weg bildet die Einrichtung des Europäischen Fremdsprachenzentrums des Europarates in Graz, das im Jahr 1994 als Initiative von acht Ländern – darunter Österreich – gegründet wurde. Im Juli 2010 wurde mit einem Festakt das 15-jährige Bestehen dieses Zentrums in Graz gefeiert, das mit 31 Mitgliedsstaaten heute das erfolgreichste Teilabkommen des Europarates darstellt und sich zu einer gesamteuropäischen Spracheninstitution mit enger Vernetzung zur EU entwickelt hat.

Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Themen Mehrsprachigkeit und Sprachenlernen

Am 26. September begeht Österreich den Europäischen Tag der Sprachen (ETS). Der Tag wurde auf Initiative des Europarates eingerichtet und bietet jedes Jahr Gelegenheit, vielfältige Aktivitäten und Maßnahmen im Sprachenbereich durchzuführen, diese gemeinsam zu präsentieren und so eine stärkere Öffentlichkeitswirkung zu erzielen.


Geschichtsunterricht an der Schule

Im Rahmen des Projekts ,,Image of the Other" veröffentlicht der Europarat Dokumente zur Reform der Lehrerausbildung sowie Unterrichtsmaterial über das 20. Jahrhundert für die Sekundarstufe. Wichtigstes Produkt des Projekts ist ein Handbuch für Geschichtslehrer über verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung des Unterrichts über das 20. Jahrhundert. Es empfiehlt unter anderem Museumsbesuche, die mündlich überlieferte Geschichte, die audiovisuellen Medien und die Archive zu benutzen, damit die Schüler die Kräfte, die das Jahrhundert gestaltet haben, besser verstehen können. Im Sinne einer neuen Empfehlung des Europarates werden die Schulen in den Mitgliedsstaaten an einem Tag ihrer Wahl einen "Tag der Erinnerung an den Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit" begehen.


Europarats-Charta für Politische Bildung und Menschenrechtsbildung

Im Mai 2010 verabschiedeten die 47 Mitgliedsstaaten des Europarats die Europarats-Charta für Politische Bildung und Menschenrechtsbildung. Die Charta wurde in umfangreichen Beratungen entwickelt und ist ein wichtiger Referenzpunkt für ganz Europa und die Arbeit des Europarates in diesem Bereich

Der Abschnitt I bietet Definitionen der Schlüsselbegriffe „Politische Bildung“ (Education for Democratic Citizenship) und „Menschenrechtsbildung“ (Human Rights Education), in denen die Betonung darauf liegt, dass das Resultat von Bildung nicht pures Wissen, sondern eine Befähigung für adäquates Handeln ist. Die Charta berücksichtigt die verschiedenen Bildungssysteme und bietet ein Rahmensystem, das in allen Staaten angewendet und an das jeweilige System angepasst werden kann.

In den Abschnitten II und III wird eine Reihe von Zielen und Leitsätzen angeführt, die Orientierungshilfen für Politik, Normierung und Praxis darstellen. Poltische Bildung und Menschenrechtsbildung als lebenslange Prozesse schließen eine Reihe von Akteuren mit ein, unter ihnen politische EntscheidungsträgerInnen, NGOs, Jugend- und Bildungsorganisationen, die eine wichtige Rolle darin spielen, dass Kindern, jungen Menschen und anderen Lernenden eine Plattform geboten wird, wo sie Menschenrechte und Demokratie praktizieren können. Im Bereich der formalen Bildung betont die Charta auch die Bedeutung der demokratischen Führung sowie der Kooperation der verschiedenen Akteure.


Lehrer/innenfortbildungsprogramm

Das Pestalozzi-Programm des Europarates bietet Lehrerinnen und Lehrern aus verschiedenen europäischen Staaten die Möglichkeit, sich über Fragen der Erziehung zur demokratischen Teilhabe, der Achtung der Menschenrechte und der interkulturellen Begegnung auszutauschen. Die Fortbildungsseminare finden in den verschiedenen Mitgliedsstaaten des Europarates statt. 

Das Pestalozzi-Programm des Europarates bietet die Möglichkeit, an Fortbildungsseminaren teilzunehmen, um den Erfahrungshorizont zu erweitern und Informationen und Materialien mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Staaten auszutauschen.

Der Europarat will damit Möglichkeiten schaffen, dass Fachkräfte der schulischen Bildung sich zu Fragen der Erziehung zur demokratischen Teilhabe, der Achtung der Menschenrechte und der interkulturellen Begegnung austauschen können.

Aufenthalts- und Kurskosten werden von der einladenden Seite getragen.

Die Reisekosten zweiter Klasse werden nach Abschluss des Kurses und nach Vorlage des Berichts über den Europarat erstattet. Die erfolgreichen Bewerber erhalten ein Zusageschreiben des Europarats, aus dem unter anderem Einzelheiten zur Erstattung der Reisekosten hervorgehen.

Für ausreichenden Versicherungsschutz sind die Teilnehmer selbst verantwortlich.

Es wird erwartet, dass die Teilnehmer den Kurs vom Anfang bis zum Schluss besuchen und innerhalb von 4 Wochen nach Kursende

  • der kursanbietenden Verbindungsstelle
  • dem Europarat in Straßburg und
  • dem BMB, Abt. IP/1 in Wien

je ein Exemplar eines mit PC oder Schreibmaschine geschriebenen Berichts im Umfang von mindestens 1500 Worten über den Kurs und seine Bedeutung für die eigene Arbeit zusenden. Konkrete Hinweise zur Berichterstellung finden Sie unter Rules / Reglement.

Im Rahmen des Lehrer/innenfortbildungprogramm des Europarates können sich österreichische Lehrer/innen zur Teilnahme an internationalen Lehrer/innenfortbildungsveranstaltungen bewerben. Die Einladung zur Teilnahme erfolgt durch das Gastland.


Ansprechpartner im BMB

Mag.a Sylvia Schrittwieser-Tschach 
Abteilung IP/1 
Rosengasse 2
1010 Wien
T +43 1 53120-2361
F +43 1 53120-812361
sylvia.schrittwieser-tschach@bmb.gv.at

Geändert am: 15.12.2016

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Kontakt

  • Mag.a Sylvia Schrittwieser-Tschach 
    Abteilung für EU-Koordination und multilaterale Angelegenheiten
    Rosengasse 2
    1010 Wien
    T +43 1 53120-2361
    F +43 1 53120-812361
    sylvia.schrittwieser-tschach@bmb.gv.at