Die Zusammenarbeit mit der OECD

Die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) fördert primär die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit (statistische Analysen, Prognosen, Strategieentwicklung, etc.) von derzeit 34 Mitgliedstaaten aus Europa, Nord- und Südamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit einer Vielzahl von Politikfeldern, die mit der wirtschaftlichen Entwicklung in engem Zusammenhang stehen (Umweltpolitik, Sozialpolitik, Bildung, Arbeitsmarkt, Forschung, Technologie und Innovation ...). Insbesondere der Bildung als wichtiger Faktor für Wirtschafts- und Wohlstandsentwicklung kommt eine immer größer werdende Bedeutung zu. Das Hauptaugenmerk der OECD liegt dabei auf der Entwicklung von Qualität und Effektivität der Bildungssysteme mit Hilfe von qualitativen (vergleichende Politikanalysen und Empfehlungen) und quantitativen Studien (internationale statistische Erhebungen). Ziel ist es, mit den im Rahmen der OECD gewonnenen Erkenntnissen faktenbasierte Bildungsreformen in den Mitgliedsländern zu unterstützen und die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme zu steigern.

OECD Bildungskooperation in der Praxis

Die Beteiligung Österreichs an der OECD-Bildungskooperation findet im Rahmen einer Vielzahl von internationalen Arbeitsgruppen und Foren statt, die vom Bildungsdirektorat der OECD sowie dem Zentrum für Forschung und Innovation im Bildungswesen (CERI) organsiert werden.

Österreich ist in folgenden Gremien, Netzwerken und Arbeitsgruppen der OECD vertreten:

  • Bildungspolitisches Komitee (Education Policy Committee)
    Steuerungsgremium von CERI (Centre for Educational Research and Innovation)
  • Gruppe der nationalen ExpertInnen für Schulressourcen
  • Beratendes Gremium für die OECD Skills Strategy 
  • Netzwerk für Frühkindliche Bildung und Erziehung (Network on Early Childhood Education and Care, ECEC)
  • Steuerungskomitee von CELE (Centre for Effective Learning Environments)
  • Gruppe der nationalen ExpertInnen für die berufliche Bildung  

Österreich beteiligt sich regelmäßig an internationalen Vergleichsstudien, die zu wichtigen Referenzen für Bildungsqualitätsentwicklung und Humankapital von Volkswirtschaften geworden sind:

  • Im Rahmen des INES-Programms (Indicators of of Education Systems) erscheint jährlich die Indikatorensammlung „Bildung auf einen Blick“ (Education at a Glance), die einen vergleichenden Befund über die Leistungsfähigkeit der Bildungssystemen der OECD-Länder ermöglicht.
  • Die PISA Studie (=Programme for International Student Assessment) ist die internationale Schulleistungsstudie der OECD und wird nach 2013 das nächste Mal wieder 2015/16 durchgeführt
  • PIAAC (=Programme for the International Assessment of Adult Competencies) erhebt die Alltagskompetenzen von Erwachsenen im Alter von 16-65 und wird nach der ersten Veröffentlichung 2013 voraussichtlich in 10 Jahren erneut durchgeführt.

Österreich hat sich jüngst an folgenden vergleichenden Analysen und thematische Prüfungen beteiligt:


Österreich beteiligt sich aktuell an folgenden langfristigen OECD-Projekten

OECD Projekt zur effektiven Nutzung von Schulressourcen

Das OECD Schulressourcen-Projekt untersucht die Politiken und Mechanismen in den OECD- Ländern, die sich mit der Verteilung, Nutzung und dem Management von Ressourcen im Schulsystem beschäftigen. Ziel ist die Erarbeitung internationaler Evidenz um nationale EntscheidungsträgerInnen bei der Erreichung höhere Effektivität und Effizienz im Einsatz von Schulressourcen (Infrastruktur, PädagogInnen, Schulnetzwerk, Lernumgebung, usw.) zu unterstützen und bessere Lernergebnisse von SchülerInnen zu erzielen.

Das BMB beteiligt sich gemeinsam mit 14 anderen OECD-Ländern an diesem Projekt in Form einer Länderstudie („Country Review“), in deren Rahmen die OECD die Finanzierung des österreichischen Schulsystems gründlich untersucht. Die Erkenntnisse aus einem Länderbesuch der OECD in Österreich werden in einem „Prüfbericht“ zusammengefasst, der gemeinsam mit Empfehlungen der OECD zur Verbesserung der Effektivität des Ressourceneinsatzes Ende 2015 an Österreich übermittelt wird.

Das Gesamtprojekt wird bis voraussichtlich 2018 laufen und die Erkenntnisse aus den Länderstudien und wissenschaftlichen Untersuchungen in Snytheseberichten publizieren und somit wertvolles Steuerungswissen für nationale Regierungen und Verwaltungen schaffen. 

Mehr Information

OECD-Kompetenzstrategie (Skills Strategy) 

Die vom OECD-Ministerrat 2012 verabschiedete Strategie „Bessere Kompetenzen, bessere Arbeitsplätze, ein besseres Leben“ ist ein Maßnahme gegen die Wirtschaftskrise und damit einhergehende hohe Arbeitslosigkeit und steigende soziale Ungleichheit. Durch strategische Investitionen in die Entwicklung der „richtigen“ Kompetenzen, d. h. im Einklang mit Arbeitsmarktbedürfnissen und der wirtschaftlichen Entwicklung, sollen Innovation, technologischer Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit in einer globalen Welt begünstigt werden

Die Kompetenzstrategie strebt eine engere Verknüpfung zentraler Politiksektoren an - Bildung, Arbeit und Soziales, Finanz- und Wirtschaftspolitik, regionale Entwicklung – um die Entwicklung, Aktivierung und effektive Nutzung der Kompetenzen in der Bevölkerung zu verbessern.

In enger Kooperation mit der OECD hat Österreich auf ExpertInnenebene an einer Bestandsaufnahme der Stärken und Schwächen seines Kompetenzsystems gearbeitet, die im Dezember 2014 als „Diagnostic Report“ veröffentlicht wurde.

Innovative Learning Environments

Das ILE-Projekt ist eines der wichtigsten, langfristigen Projekte von OECD CERI. Es untersucht innovative Methoden des Lehrens und Lernens von Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 19 Jahren und analysiert Faktoren, welche die Lernumgebungen effektiv und innovativ machen.

Über 25 Länder, Regionen und Stiftungen nehmen an ILE teil. Bisher entstanden daraus die Publikationen „Innovating to Learn, Learning to Innovate“ (2008), „The Nature of Learning: Using Research to Inspire Practice“ (2010), „Innovative Learning Environments - Fallstudien zu pädagogischen Innovationsprozessen“, und “Leadership for 21st Century Learning” (2013).

Während in früheren Projektphasen interessante Fälle von einzelnen innovativen Lernumgebungen identifiziert und analysiert wurden, liegt der Fokus mittlerweile auf Strategien und Initiativen zur Verbreitung von innovativem Lernen, die bereits implementiert wurden („good practice“).

Der Abschlussbericht des ILE-Projekts wird für die 2. Jahreshälfte 2015 erwartet.

Mehr Information: OECD: CERIInnovative Learning Environments (ILE) 


Bezug von OECD Publikationen

Bestellungen von OECD -Publikationen sind über den Online-Bookshop der OECD möglich. Viele Studien sind als pdf-download auch kostenlos erhältlich.

Deutschsprachige Information stellt das „Berlin Centre“ der OECD zur Verfügung.    

Geändert am: 06.04.2018

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