Bildungsdirektionen

Das Bildungsreform-Gesetz 2017 sieht die Schaffung einer gemeinsamen Bund-Länder Behörde vor, die den Veränderungsprozess von Landes- bzw. Stadtschulrat zur Bildungsdirektion bewirkt, rechtlich verankert  im Bildungsdirektionen-Einrichtungsgesetz. Das gesamte Schulrecht wird von Bund und Ländern gemeinsam in der neu gebildeten Behörde vollzogen. Neben dem Schulrecht liegt das gesamte Dienst- und Personalvertretungsrecht der Bundes- und Lehrpersonen und sonstigen Bundesbediensteten an öffentlichen Schulen (ausgenommen der land- und forstwirtschaftlichen Schulen) im Kompetenzbereich der Bildungsdirektion. 

Bildungsdirektorin, Bildungsdirektor

An der Spitze der Bildungsdirektion steht die Bildungsdirektorin bzw. der Bildungsdirektor. Die Bildungsdirektorin, der Bildungsdirektor wird von der Bildungsministerin, dem Bildungsminister im Einvernehmen und auf Vorschlag des jeweiligen Landeshauptmanns, der Landeshauptfrau für fünf Jahre bestellt. Voraussetzung für die Bestellung ist die Erfüllung der gesetzlich festgelegten Qualifizierungserfordernisse und die Eignungsfeststellung durch eine weisungsfreie, fünfköpfige Begutachtungskommission.

Der Bildungsdirektorin, dem Bildungsdirektor obliegt die Leitung der Bildungsdirektion, d. h. Verantwortung für das Funktionieren des Bildungssystems im jeweiligen Bundesland tragen und die kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung im Sinne der Wirkungsziele des Bildungssystems. Die Bildungsdirektorin, der Bildungsdirektor ist bei Erfüllung der Aufgaben in den Angelegenheiten der Bundesvollziehung an die Weisungen der Bildungsministerin, des Bundesministers, in den Angelegenheiten der Landesvollziehung an die Weisungen der zuständigen Landesregierung gebunden.

Die Bildungsdirektorin, der Bildungsdirektor wird von zwei Stabsstellen unterstützt:

  • Kommunikation und Schulpartnerschaft: Dies umfasst die Planung und Koordination der Öffentlichkeitsarbeit. In der Stabsstelle Kommunikation und Schulpartnerschaft ist zudem ein Bürgerservice im Sinne eines First-Level-Supports für Anfragen und Beschwerden für sämtliche Aufgaben der Bildungsdirektion einzurichten. 
  • Bildungscontrolling: Die Stabsstelle unterstützt bei der evidenzbasierten Steuerung der Behörde und der Koordination aller Steuerungsprozesse innerhalb der Bildungsdirektion und der Steuerungsprozesse zum jeweiligen Land bzw. der Zentralstelle des BMBWF.

Bildungsdirektorinnen und Bildungsdirektoren v.l.n.r: BD Paul Gappmaier, Tirol; BD Rudolf Mair, Salzburg; SC Klemens Riegler-Picker; BDin Evelyn Marte-Stefani, Vorarlberg; SC Helmut Moser; GS Martin Netzer; BDin Elisabeth Meixner, Steiermark; BM Heinz Faßmann; BD Johann Heuras, Niederösterreich; SCin Iris Rauskala; BD Heinz Josef Zitz; Burgenland; BD Heinrich Himmer, Wien; SC Andreas Thaller; BD Alfred Klampfer, Oberösterreich; BD Robert Klingelmair, Kärnten; Bild vergrößern

Präsidialbereich 

Das Präsidium ist die zentrale Geschäftsstelle der Bildungsdirektion. Ihm obliegt neben den rechtlichen, budgetären und organisatorischen Aufgaben u. a. auch die Bewirtschaftung der Lehrpersonalressourcen unter Mitwirkung der Leitung der Abteilung Pädagogischer Dienst.

Die Leitung des Präsidiums ist von Gesetzes wegen Stellvertretung der Bildungsdirektorin, des Bildungsdirektors.

Pädagogischer Dienst 

Der Pädagogische Dienst ist für die Ausrichtung des Bildungs- und Betreuungsangebots auf den Bedarf der Regionen des Bundeslands verantwortlich. Er nimmt das Qualitätsmanagement und die Fachaufsicht über die Schulen wahr. Die Schulaufsicht ist in Abteilungen in regionalen Schulaufsichtsteams entlang der Bildungsregionen organisiert . In den Abteilungen finden sich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik. 

Ein Fachstab unterstützt die Leitung des Bereichs Pädagogischer Dienst in sämtlichen Planungs- und Steuerungsangelegenheiten, bei der Umsetzung bildungspolitischer Reform- und Entwicklungsvorhaben sowie bei der Sicherstellung und schulartenspezifischen Weiterentwicklung des differenzierten Bildungsangebots. Er bildet den „inhaltlichen Schirm“ in den Bereichen Qualitätsmanagement sowie Inklusion und Diversität und gewährleistet die horizontale Koordination und Kommunikation in allen regionsübergreifenden Belangen (z. B. Schulleitungstagungen).

Im Burgenland und in Kärnten ist die Abteilung Minderheitenschulwesen mit ihrer Schulaufsicht grundsätzlich für die Fachaufsicht aller Schulen im Bereich des Minderheiten-Schulgesetzes zuständig. Darüber hinaus obliegt ihr die Fachaufsicht für den Unterrichtsgegenstand Slowenisch (Kärnten) bzw. Burgenlandkroatisch/Ungarisch (Burgenland) an allen anderen Schulen.

Beirat 

Der Beirat gibt den Schulpartnern, Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Interessenvertretungen offiziell Gehör in der Bildungsdirektion. Der Beirat hat die Aufgabe, in den von der Bildungsdirektion auf dem Gebiet des Schul- und Erziehungswesens zu besorgenden Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung beratend mitzuwirken. Insbesondere können ihm bildungspolitisch relevante Begutachtungsentwürfe zur Abgabe einer beratenden Stellungnahme vorgelegt werden. Berichte oder Vorschläge haben ausschließlich Beratungsfunktion und binden nicht die Entscheidung des Bildungsdirektors oder der Bildungsdirektorin oder anderer gemäß der Geschäftsordnung zur Entscheidung berufener Organe der Bildungsdirektion. Der Beirat ist vom Bildungsdirektor oder von der Bildungsdirektorin zumindest zwei Mal pro Jahr einzuberufen.

Bildungsregion

Die Kinder einer Region sind nicht nur ihre Gegenwart, sondern auch ihre Zukunft. Deshalb gilt es, Potentiale dieser Kinder zu erkennen und diese entlang ihrer Stärken und Fähigkeiten bestmöglich im Sinne ihrer Entwicklung und damit auch im Sinne der Zukunftsfähigkeit der Region zu fördern.

Mit der Einführung der Bildungsregionen kommt es zur stärkeren Anpassung an lokale und regionale Anforderungen und Gegebenheiten, die großes Potential bieten, um aus den Gestaltungsspielräumen, die sich durch die Schulautonomie  in der Unterrichtsorganisation sowie der Personalauswahl und –entwicklung nun neu ergeben, zu schöpfen.

Ziele des österreichischen Schulsystems

Was sind nun die Ziele des österreichischen Schulsystems im Rahmen der wirkungsorientierten Steuerung? Erstens, Hebung des österreichischen Bildungsniveaus. Zweitens, die Verbesserung der Bedarfsorientierung sowie der Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit im Bildungswesen und drittens die Steigerung der Effektivität und Effizienz in der Schulorganisation und Bildungsverwaltung. Hinter diesen Angaben steht das gemeinsame Ziel, Schülerinnen und Schüler – unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, ethnischer/kultureller Herkunft, Religionszugehörigkeit und Beeinträchtigung – ihren individuell besten Bildungsweg beschreiten zu lassen.

Welche Vision sollen  zukünftige Schülerinnen und Schüler nach erfolgreicher Absolvierung ihrer schulischen Laufbahn haben:

“Junge selbstbestimmte Menschen sehen ihre Perspektiven. Sie nutzen ihre Chancen und blicken dem weiteren Leben erwartungsvoll, neugierig und positiv entgegen. Sie wissen, dass sie ihr privates und berufliches Leben meistern können. Als aktive Mitglieder der Gesellschaft übernehmen sie Verantwortung. Sie wissen um die Bedeutung von Mitbestimmung und Mitgestaltung an ihr.“ 

Um dieser Vision gerecht zu werden, werden folgende drei Grundprinzipien für die österreichische Schulverwaltung abgeleitet:

  1. „Löse Probleme dort, wo sie entstehen.“
  2. „Was letztendlich zählt ist die Erreichung unserer Wirkungsziele: Chancengleichheit und Bildungserfolg für alle – das soll mehr als eine Worthülse sein.“
  3. „Sorge dafür, dass alle Führungskräfte auf allen Ebenen wissen, wofür sie Verantwortung tragen.“

Um diese Grundprinzipien zu erfüllen, bedarf es der Zusammenführung der Verwaltung von Bundes- und Landeslehrpersonen, der neuen Ausrichtung der Schulaufsicht inklusive einem entsprechenden Qualitätsmanagement, der Einführung eines Bildungsmonitorings und einer externen Evaluation. Eine einheitliche Steuerung sichert die Erreichung der Ziele auf den unterschiedlichsten Ebenen der österreichischen Schulverwaltung. 

Geändert am: 03.12.2018

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