Grundprinzipien

ibobb

Die drei thematischen Säulen des schulischen ibobb-Konzeptes sind:

  • Information: Vermittlung, Ergänzung und Vertiefung von Wissen
  • Beratung: Klärende und strukturierende Bearbeitung des Themenfeldes „Berufswahl“. Neben der Analyse themenspezifischer Ziele stehen vor allem die Erleichterung der Orientierung sowie die Erschließung von Ressourcen im Vordergrund.
  • Orientierung: Reflexion der eigenen Ausgangsbedingungen (z.B. Fähigkeiten und Interessen) sowie Überblick über vorhandene Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten. Das Wahrnehmen verschiedener Chancen und Alternativen ist wichtig um bewusste und reflektierte Entscheidungen treffen zu können.

Im Schulsystem ist ibobb in folgenden Schulstufen verankert:

Verankerung von ibobb im Schulsystem Bild vergrößern

Wichtig ist es, Kindern und Jugendlichen eine breite Palette an Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Das bedeutet strukturelle Einflussfaktoren wie z.B. Geschlecht sowie deren begrenzende Auswirkungen in die schulische Berufsorientierung miteinzubeziehen. Es gilt die Perspektiven der Schüler/innen – über diese gesellschaftlichen Beschränkungen und geschlechterstereotypen Grenzen hinweg – zu erweitern.

Prozess und Persönlichkeitsbildung

Im Zuge ihrer Berufsorientierung durchlaufen Schüler/innen einen individuellen Prozess, der sich aus verschiedenen Etappen zusammensetzt.

Prozess und Persönlichkeitsentwicklung in der Berufsorientierung Bild vergrößern

Die Aneignung von konkretem Wissen zu Arbeitsmarkt und Berufsfeldern wird gekoppelt mit der Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit und den individuellen Ausgangsbedingungen. Das bedeutet u.a. folgende Fragen zu reflektieren:

  • Welche Interessen habe ich?
  • Was sind meine Stärken? Was sind meine Schwächen?
  • Was kann ich gut? Was kann ich nicht so gut?
  • Wo sehe ich meinen Platz in der Gesellschaft?
  • Was sind meine Ziele?
  • Was ist mir in meinem Leben wichtig?

Ziel ist die Erlangung einer individuellen Reflexions- und Entscheidungskompetenz, damit die jungen Menschen mit den im Berufsorientierungsprozess anstehenden Wahlmöglichkeiten gut umgehen können.

Geschlechtersensible Berufsorientierung

ist integrativer Bestandteil des ibobb-Konzepts: Professionelle Berufsorientierung ist geschlechtersensibel.

Geschlechtersensible Berufsorientierung

  • unterstützt Mädchen und Buben bei der Erweiterung ihrer Berufs- und Lebensperspektiven jenseits von geschlechterstereotypen Bildern
  • bietet Mädchen und Buben breite Identifikationsmöglichkeiten
  • ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der geschlechterspezifischen Sozialisation
  • erfordert das Reflektieren der eigenen Geschlechter- und Berufsrollenbilder durch die Lehrer/innen selbst.

„Berufsorientierung bietet auch Gelegenheit, traditionelle Einstellungen und Vorurteile im Hinblick auf Berufs- und Bildungswege zu überprüfen, und zielt darauf ab, den Raum möglicher Berufs- und Bildungsentscheidungen, insbesondere für Schülerinnen, zu erweitern.“ (aus dem Lehrplan der Verbindlichen Übung Berufsorientierung für AHS bzw. NMS, weitere Zitate siehe „Lehrplanauszüge“).

Wesentliche Aspekte eines geschlechterreflektierten Berufsorientierungsunterrichtes sind:

  1. Gestaltung des Unterrichts: geschlechtersensible Sprache verwenden, Beachtung geschlechtergerechter Unterrichtsinhalte und Formen der Wissensvermittlung
  2. Reflexive Koedukation: phasenweise auch in geschlechtshomogenen Gruppen arbeiten, Einsatz von Kinder- bzw. Lesebüchern, in denen verschiedene Familien- und Lebensformen dargestellt werden
  3. Angebote außerschulischer Projekte und Initiativen: einschlägige Angebote (z.B. Girls‘ Day, Boys‘ Day, Mädchen- und Bubenberatungsstellen) nutzen und dadurch das Berufswahlspektrum erweitern
  4. Vorbilder: Schülerinnen und Schülern das Kennenlernen nicht-stereotyper Role Models und Identifikationsfiguren ermöglichen, z.B. durch Einladung nicht-traditioneller Berufstätiger
  5. Arbeit mit Erziehungsberechtigten: Erziehungsberechtigte begleiten, beraten und unterstützen, um Berufsentscheidungen über traditionelle Wege hinaus zu ermöglichen

Information und Materialien

Geändert am: 06.04.2018

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