Bildungswege nach der Matura

Voraussetzung für diese Bildungswege ist eine Reifeprüfung, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung. Für einige Kollegs und Fachhochschulen gibt es spezielle Formen bzw. Aufnahmemöglichkeiten für Absolventinnen und Absolventen facheinschlägiger vierjähriger Fachschulen oder abgeschlossener beruflicher Vorbildung.

Schulpsychologie / Bildungsberatung: Was tun nach der Matura?

Kolleg

Kollegs bieten eine zweijährige (für Berufstätige zwei- bis dreijährige) gehobene Berufsausbildung entsprechend den berufsbildenden höheren Schulen bzw. Bildungsanstalten und schließen mit einer Diplomprüfung ab. Die AbsolventInnen erwerben die beruflichen Berechtigungen der entsprechenden BHS.

Ausbildungen in: Bautechnik, Chemie und Chemieingenieurwesen, Elektronik und Technische Informatik, Elektrotechnik, Gebäudetechnik, Informatik und EDV, Informationstechnologie, Innenraumgestaltung und Holztechnik, Elementarpädagogik, Kunst und Design, Maschinenbau, Mechatronik, Medientechnik und Medienmanagement, Mode/Textil, Optometrie, Sozialpädagogik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik – Digital Business; Tourismus, Umwelt, Wirtschaftliche Berufe. Kollegs an Handelsakademien jeweils mit Ausbildungsschwerpunkt. (z. B. Entrepreneurship und Management, Finanz- und Risikomanagement, Internationale Wirtschaft, Kommunikationsmanagement und Marketing).

Berufsbildende Schulen in Österreich

Pädagogische Hochschule

Neue PädagogInnenbildung

Seit dem Studienjahr 2015/16 gibt es an den PädagogischenHochschulen (PH) bundesweit die neue Ausbildung für Studierende für den Bereich der Primarstufe.

Eine flächendeckende Umsetzung auch im Bereich der Sekundarstufe erfolgt mit dem Studienjahr 2016/17 in Kooperation zwischen Pädagogischen Hochschulen und Universitäten.

Parallel dazu werden die bestehenden Ausbildungen auslaufend weitergeführt.

Die Mindeststudiendauer für ein Lehramtsstudium an einer öffentlichen oder privaten Pädagogischen Hochschule beträgt mindestens 4 Jahre (Bachelorstudium) plus 1–1,5
Jahre (Masterstudium). Mit der erfolgreichen Beendigung des gesamten Studiums wird die Lehrbefähigung für das entsprechende Lehramt erworben. 

Voraussetzung für die Zulassung zu einem ordentlichen Bachelorstudium für ein Lehramt sind die allgemeine Universitätsreife (Reifeprüfung, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung) sowie die Eignung zum Studium (für alle Lehramtsstudien werden mehrstufige Eignungsverfahren durchgeführt). Weitere Zulassungsvoraussetzungen
sind für QuereinsteigerInnen und im Bereich der Berufsbildung zu erfüllen.

Studienarchitektur der Ausbildungscurricula

Die Bachelor- und Masterstudien sehen eine in den Grundzügen einheitliche Studienarchitektur vor. Die Ausbildung erfolgt nach Altersbereichen (Primar- bzw. Sekundarstufe) und nicht nach Schularten.

Die Curricula der Ausbildungen sehen Lehrveranstaltungen zu allgemeinen bildungswissenschaftliche Grundlagen, in Elementar- und Primarstufenpädagogik und -didaktik bzw. in Studienfächern, die Unterrichtsgegenständen, Fachbereichen oder Fächerbündeln entsprechen, vor. Darüber hinaus sind Schwerpunktsetzungen wie z. B. in Inklusiver Pädagogik, Sonder- und Heilpädagogik, Sozialpädagogik, Berufsorientierung, Mehrsprachigkeit, Medienpädagogik möglich. An den Pädagogischen Hochschulen werden in der neuen Ausbildung unterschiedliche Schwerpunkte angeboten. Jedenfalls ist der Schwerpunkt Inklusive Pädagogik anzubieten.

Die Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer für Religion erfolgt an Privaten Pädagogischen Hochschulen.

Pädagogisch-praktische Studien werden integrativ in allen Studienbereichen angeboten. Masterstudien können auch berufsbegleitend absolviert werden.

Bachelor- und Masterstudien zur Erlangung eines Lehramtes

1) Für die Primarstufe – an öffentlichen und privaten Pädagogischen Hochschulen

  • Bachelorstudium ( 240 ECTS-Credits, 8 Semester
  • Masterstudium (mind. 60 ECTS-Credits, mind. 2 Semester)
  • Regional unterschiedliche Schwerpunktangebote und Spezialisierungsmöglichkeiten.

2) Für die Sekundarstufe (Allgemeinbildung) – an Pädagogischen Hochschulen in Kooperation mit Universitäten

  • Bachelorstudium (240 ECTS-Credits, 8 Semester
  • Masterstudium (mind. 90 ECTS-Credits, mind. 3 Semester
  • Regional unterschiedliche Schwerpunktangebote und Spezialisierungsmöglichkeiten.

3) Für die Sekundarstufe (Berufsbildung) – an einigen Pädagogischen Hochschulen

Zulassungsvoraussetzungen: Eine facheinschlägige Berufsabschlussprüfung oder gleichzuhaltende Eignung (z. B. Meisterprüfung, Konzessionsprüfung, Abschluss einer facheinschlägigen BHS usw.); eine mindestens 3-jährige facheinschlägige Berufspraxis; Ausnahmen davon sind in entsprechenden Verordnungen geregelt

  • Bachelorstudium (240 ECTS-Credits, 8 Semester
  • Masterstudium (mind. 60 ECTS-Credits, mind. 2 Semester)

Folgende Fachbereiche werden in der Berufsbildung angeboten

  • duale Berufsausbildung sowie Technik und Gewerbe
  • Mode und Design
  • Information und Kommunikation
  • Ernährung

Fachbereich der land- und forstwirtschaftlichen Berufsbildung sowie die Fachbereiche Agrar, Ernährung und Biologie (Umwelt) – an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogi

Lehramtsstudien für »QuereinsteigerInnen« – Facheinschlägige Studien ergänzende Studien zur
Erlangung eines Lehramtes

1) Bereich Sekundarstufe (Allgemeinbildung)

Zulassungsvoraussetzung:
Absolvierung eines facheinschlägigen Studiums an einer tertiären Bildungseinrichtung im Ausmaß von mindestens 180 ECTS-Credits.

  • Bachelorstudium ( 240 ECTS-Credits – davon werden 150 ECTS-Credits aus dem bereits absolvierten facheinschlägigen Studium angerechnet
  • Masterstudium (mind. 60 ECTS-Credits, mind. 2 Semester)

2) Bereich Sekundarstufe (Berufsbildung):

Zulassungsvoraussetzungen:
Absolvierung eines facheinschlägigen Studiums an einer tertiären Bildungseinrichtung im Ausmaß von mindestens 240 – 300 ECTS-Credits
Eine mindestens dreijährige facheinschlägige Berufspraxis  - Ausnahmen davon sind in entsprechenden Verordnungen geregelt.

  • Bachelorstudium ( 240 ECTS-Credits – davon werden 180 ECTS-Credits aus dem bereits absolvierten facheinschlägigen Studium angerechnet) Masterstudium (mind. 60 ECTS-Credits, 2 Semester)

Berufseinführung

Die Studierenden der neuen Lehramtsausbildungen werden im Rahmen einer einjährigen, durch Mentorinnen und Mentoren begleiteten »Induktionsphase« in den Lehrberuf eingeführt.
Tipp Informationen im Internet

PädagogInnenbildung NEU

Universität

Es gibt geistes- und kulturwissenschaftliche, ingenieurwissenschaftliche und künstlerische Studien, Lehramtsstudien für das Lehramt an höheren Schulen (je zwei Unterrichtsfächer), medizinische, naturwissenschaftliche, rechtswissenschaftliche, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche sowie theologische Studien.

  • Diplomstudien: dienen in erster Linie einer vertieften wissenschaftlichen oder künstlerischen Berufsausbildung und dauern meist acht bis zwölf Semester (ein Semester umfasst 30 ECTS), bestehend aus zwei oder drei Studienabschnitten, die jeweils mit einer Diplomprüfung abschließen. Der Abschluss berechtigt zum Erwerb eines Diplomgrades, z. B. »Magister/ Magistra«, »Diplomingenieur/in« (Ausnahme: Medizin-Studien schließen mit dem Doktorat ab). Es gibt nur mehr einige wenige Diplomstudien.
  • Bachelor- und Masterstudien: Der Bologna-Erklärung entsprechend, haben die Universitäten die meisten Studien bereits als Bachelorstudien (drei bis vier Jahre, mit 180 bis 240 ECTS) und darauf aufbauende Masterstudien (ein bis zwei Jahre, mit 60 bis 120 ECTS) eingerichtet. Das Bachelorstudium dient einer wissenschaftlichen bzw. künstlerischen Berufsausbildung und Qualifizierung im entsprechenden Fachgebiet und führt zum akademischen Grad »Bachelor«. Masterstudien schließen, je nach Fachbereich, mit »Master« oder »Diplomingenieur/in« ab.
  • Doktoratsstudien und PhD-Studien (Doctor of Philosophy): bauen auf Diplom- bzw. Masterstudien an Universitäten oder Fachhochschulen auf und dienen hauptsächlich der Weiterentwicklung der Befähigung zu selbstständiger wissenschaftlicher Arbeit. Der Abschluss (nach drei bzw. vier Jahren) berechtigt zum Erwerb des einschlägigen Doktorgrades oder PhD.

studienwahl.at

Fachhochschule

Fachhochschulen bieten eine wissenschaftlich fundierte Berufsausbildung mit stark berufsbezogener Ausrichtung (mindestens ein Praxissemester ist Teil des Studiums).
Derzeit werden folgende Arten von Studien angeboten:

  • Bachelorstudien: dauern meist sechs Semester (drei Jahre) und schließen mit dem akademischen Grad »Bachelor« ab. In einigen Fächern, vor allem im Bereich der Sozialarbeit und des Gesundheitswesens, erwirbt man mit dem Abschluss auch die Berechtigung zur Ausübung des entsprechenden Berufes (z. B. SozialarbeiterIn / PhysiotherapeutIn).
  • Masterstudien: bauen auf Bachelorstudien auf und dienen vor allem der wissenschaftlichen Ergänzung dieser, dauern in der Regel vier Semester (zwei Jahre) und schließen mit dem akademischen Grad »Master« ab.

Derzeit gibt es in Österreich Fachhochschul-Studiengänge in den Sektoren Gestaltung – Kunst, Ingenieur-, Sozial-, Wirtschafts-, Militär/Sicherheits-, Natur- und Gesundheitswissenschaften geführt. Der Zugang zu einem FH-Studium ist auch für Personen mit studienrelevanter beruflicher Qualifikation aber ohne Reifeprüfung (meist mit Zusatzprüfungen) möglich.

FHguide - Das österreichische Fachhochschulportal

Geändert am: 06.04.2018

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