Geschichte von ENSI in Österreich - Meilensteine

Im Jahre 1985 initiierte das CERI (Zentrum für Bildungsforschung und Innovation) der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) auf Anregung des österreichischen Unterrichtsministers Dr. Herbert Moritz das Projekt "Umwelt und Schulinitiativen". Neben Österreich beteiligten sich weitere 12 Länder (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Schweiz, Kanada, UK) an diesem Projekt im Rahmen des Innovativen Exchange Programms.

Phase I: 1986 - 1988

Im Mittelpunkt standen die Erprobung und Dokumentation von umweltbezogenem Projektunterricht und die Erarbeitung von Fallstudien mit Methoden der Aktionsforschung. Ihren Abschluss fand diese Phase in einer internationalen Konferenz in Linz mit 250 TeilnehmerInnen aus elf Ländern, darunter 150 SchülerInnen. Eine internationale Projektausstellung mit museumspädagogischem Begleitprogramm bildete den Rahmen für diese Veranstaltung.

Phase II: 1989 - 1994

In dieser Phase wurde ENSI als offizielles Projekt des CERI geführt. Internationaler Schwerpunkt war die Überprüfung der Umweltbildungspolitik in den ENSI-Mitgliedsländern. Dazu führten ExpertInnen der OECD auf Grundlage eines nationalen Berichts von Univ.-Prof. Dr. Josef Thonhauser auch eine Länderprüfung in Österreich durch. Die Ergebnisse wurden bei der ersten gesamtösterreichischen Tagung zur Umweltbildung in Goldegg (März 1993) vorgestellt und diskutiert.

Unterrichtsministerin Dr. Hilde Havlicek erteilte dem österreichischen ENSI-Team den Auftrag zur Verbreitung der gewonnenen Erfahrungen im Schulsystem mit dem Ziel, Impulse zu Umweltbildung und Schulentwicklung zu geben.
Ein Seminarkonzept zur LehrerInnenfortbildung für die Vermittlung der Methode des umweltorientierten Projektunterrichts wurde entwickelt und in 25 Seminaren im In- und Ausland (u. a. in Albanien, Estland, Russland, Slowakei) durchgeführt.

Weitere Maßnahmen waren die Mitarbeit an der Vorbereitung des Grundsatzerlasses zum Projektunterricht und an der Konzeption des Umweltbildungsfonds, der Entwurf für eine österreichische Umweltbildungsakademie und die Publikation der Fallstudien in deutscher und teilweise auch in englischer Sprache.

Bei der internationalen ENSI-Konferenz in Braunschweig im März 1994 wurden die österreichischen Beiträge präsentiert.

Phase III: 1995 - 2004

1995 wurde ENSI ein dezentrales Netzwerk unter dem Schirm der OECD. Die Schwerpunkte dieser Phase waren Ökologische Schulentwicklung, LehrerInnenbildung, Qualitätsentwicklung und Aufbau dynamischer Netzwerke unter Nutzung von IKT.

Im August 1995 initiierte die Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer die Einrichtung des Schwerpunktprogramms ÖKOLOG, das sich an alle Schulen richten sollte. Das Programm wurde in einer österreichweiten Pilotphase erprobt und durch einen nationalen Wettbewerb der breiten Schulöffentlichkeit bekannt gemacht.

Im Jahr 1995 startete außerdem das Forschungsprojekt UMILE mit dem Ziel, Umweltbildungsinitiativen in der LehrerInnenbildung zu verankern. Ergebnisse wurden 1999 bei einer Tagung in Klagenfurt (P. Posch, F. Rauch, I. Kreis: International Workshop "Innovations in Teacher Education through Environmental Education" (pdf, 1 MB), 1999; P. Posch, F. Rauch, I. Kreis: Bildung für Nachhaltigkeit, 2000) und 2001 bei einer internationalen Konferenz in Luzern vorgestellt (R. Kyburz-Graber, P. Posch, U. Peter: Challenges in Teacher Education, Interdisciplinarity and Environmental Education, 2003).

1998 wurde gemeinsam mit dem OECD-Schulbauprogramm die dritte internationale ENSI-Konferenz in Linz durchgeführt.

Von 1998 - 2001 leitete Österreich das internationale Sekretariat von ENSI International.

1999 - 2001 beteiligten sich fünf österreichische Schulen am internationalen ENSI-Projekt "Learnscapes" und gaben dadurch wichtige Impulse für die Erstellung von Richtlinien für die Schulgeländegestaltung und -nutzung durch das österreichische Institut für Schul- und Sportstättenbau (ÖISS). Im Oktober 2001 veranstaltete Österreich die internationale Learnscapes-Konferenz in Reichenau an der Rax.

Phase IV: 2005 - 2008

Das ÖKOLOG-Netzwerk wurde regionalisiert und umfasst derzeit mehr als 400 Schulen. In den ÖKOLOG-Regionalteams übernehmen ENSI-LehrerInnen unterstützende Aufgaben. Erfolge und Entwicklungsperspektiven des Schwerpunktprogramms "Ökologisierung von Schulen - Bildung für Nachhaltigkeit" wurden von ihnen in einer zusammenfassenden Studie aufgearbeitet (E. Botzanowski et al., Schwerpunktprogramm "Ökologisierung von Schulen - Bildung für Nachhaltigkeit ÖKOLOG" (pdf, 499 KB), Analyse und Ausblick, 2005).

Das ENSI-Team Österreich beteiligte sich an der Entwicklung der Kriterien des "Umweltzeichens für Schulen und LehrerInnenbildungseinrichtungen".

Von 2002 - 2005 koordinierte Österreich das EU COMENIUS 3 Netzwerkprojekt"School Development through Environmental Education" SEED, das zu einer intensiven internationalen Vernetzung führte. Zentrale Ergebnisse des Projektes waren Qualitätskriterien für BNE-Schulen (pdf, 2 MB) (S. Breiting, M. Mayer, F. Mogensen; 2005) und eine Grundlagenstudie zur LehrerInnenbildung (R. Kyburz-Graber, P. Hart, P. Posch, I. Robottom; Reflective Practice in Teacher Education, 2006).

In den Jahren 2003 - 2007 wirkte Österreich am EU COMENIUS 2 Projekt "The Teacher Education / Curriculum Development Project / CSCT" mit, in das die vielfältigen Ergebnisse des UMILE-Projektes eingeflossen sind.

2004 endete die Schirmherrschaft der OECD und seit 2005 ist ENSI ein eigenständiges Netzwerk und offizieller Partner der UNESCO für die Umsetzung der UN-Dekade zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Österreich übernahm von 2004 bis 2008 die Präsidentschaft von ENSI International.

Im Jahre 2005 untersuchte das österreichische ENSI-Team in neun explorativen Studien Möglichkeiten selbstregulierten, partizipativen Lernens im Unterricht (P. Posch und das ENSI-LehrerInnen-Team; 9 x Partizipation - Praxisbeispiele aus der Schule, 2006).

Im März 2006 fand in Wien eine EU-Konferenz im Rahmen der österreichischen Präsidentschaft statt. Diese Konferenz wurde durch internationale Erfahrungen von ENSI mitgeprägt.

Von 2007 bis 2010 wirkte ENSI Österreich am EU COMENIUS 3 Netzwerkprojekt"Partnership and Participation for a Sustainable Tomorrow / Partnerschaft und Partizipation für eine nachhaltige Zukunft – SUPPORT" mit und leistete Beiträge mit einem Study Visit Seminar zum Thema Forschungs-Bildungs-Kooperation (Herbst 2008) und mit einem Lehrerfortbildungsseminar zum Thema Lehrerkompetenzen für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Herbst 2010) sowie mit einer Beitrag über „Schule-Gemeinde-Kooperation“ für die Publikation „Collaboration and Education for Sustainable Development“.

Von 2006 – 2008 beteiligte sich ENSI am EU-Forschungsvorbereitungsprojekt FORM-IT - Take Part in Research, in dem Good Practice-Beispiele gesammelt und reflektiert, Qualitätskriterien erarbeitet und praktische Anleitungen für die Förderung, Entwicklung und Aufrechterhaltung von erfolgreichen Forschungs-Bildungs-Kooperationsprojekten publiziert wurden.

Seit 2007 führt das ENSI-Team Fortbildungsseminare für DirektorInnen und KoordinatorInnen von ÖKOLOG-Schulen durch zum Thema „Anwendung der Qualitätskriterien zur Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (Breiting, Søren / Mayer, Michela / Mogensen, Finn "Qualitätskriterien für BNE-Schulen" - Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Schulen - Leitfaden zur Entwicklung von Qualitätskriterien (pdf, 2 MB))

Phase V: 2009 - 2015

Von 2011 bis 2014 wirkt ENSI Österreich am EU COMENIUS Netzwerkprojekt “Collaboration of Community and School for Sustainable Development – CoDeS” mit und leistete mit der Organisation der ersten CoDeS-Konferenz im Mai 2012 einen ersten Beitrag. Inhalte und Ergebnisse aus CoDeS fließen auch in das ÖKOLOG-Programm zum Schwerpunktthema „Schule trifft Gemeinde“ ein und umgekehrt werden Erfahrungen aus ÖKOLOG international eingebracht.  

Seit 2010 arbeitete das ENSI-Team auch an folgenden Themen und Aufgaben:

  • Neuformulierung der Kompetenzen für die Umweltbildung zum BMB-Projekt „Überfachliche Kompetenzen“ (2010 – 13).
  • Akkordierung von ÖKOLOG an das Schulqualitätsmanagement verbunden mit der mit Entwicklung und Durchführung von Fortbildungsseminaren für SchulleiterInnen und KoordinatorInnen von ÖKOLOG-Schulen (2011 – 14)
  • Erarbeitung und Herausgabe der Publikation „Handbuch für ökologisches Schulmanagement - Umweltbildung Für Nachhaltige Entwicklung“ (2011 – 14)
  • Mitarbeit an der Neuformulierung des Grundsatzerlasses Umweltbildung für Nachhaltige Entwicklung, der von der Frau Bundesministerin mit Rundschreiben Nr. 20/2014 genehmigt und veröffentlicht wurde (2013 – 14). 

Phase VI: 2016 -

  • Erste Dialogtagung mit AnsprechpartnerInnen der Universitäten für „Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung in der LehrerInnenbildung“ (2016)
  • Derzeit sind über 480 Schulen und Pädagogische Hochschulen am ÖKOLOG Netzwerk beteiligt.

Peter Posch: 30 Jahre „Umwelt und Schulinitiativen“ (ENSI)



Geändert am: 06.04.2018

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