Bedarfsgerechter Ausbau der ganztägigen Schulformen / Standorte 2018/19

Ein wichtiger Bereich in der bedarfsgerechten Gestaltung des Schulsystems ist der Ausbau ganztägiger Schulformen (GTS), um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern und Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Im Schuljahr 2018/19 liegt die Betreuungsquote österreichweit bei rund 26% (APS und AHS, 1.-9. Schulstufe), 177.584 Schülerinnen und Schüler besuchen eine ganztägige Schulform.

Zielsetzung ist, bis 2022 für 40 Prozent aller Schülerinnen und Schüler die Betreuung  sicherzustellen. Dafür wurde mit dem Bildungsinvestitionsgesetz ein Budgetvolumen von 750 Mio. Euro vorgesehen (für Infrastruktur und Personal) – Details dazu siehe unter Finanzierung.

Derzeit bieten knapp 49% der Standorte (VS, NMS, PTS, ASO und AHS-Unterstufe), das heißt 2.386 Schulen ein ganztägiges Angebot, getrennt geführte Angebote sind dabei mit knapp 90% der ganztägig geführten Standorte deutlich in der Überzahl.

Wer legt fest, welche Schulen ganztägig geführt werden? 

Öffentliche Pflichtschulen

Die Festlegung, welche öffentlichen Volksschulen, Sonderschulen, Neue Mittelschulen und Polytechnischen Schulen ganztägig geführt werden, ist Sache des jeweiligen Schulerhalters (meist Gemeinde oder Gemeindeverbände, bei manchen Sonderschulen auch das Land) und bedarf der Bewilligung der Landesregierung nach Anhörung der Bildungsdirektion. Vor dieser Festlegung sind die betroffenen Eltern, Lehrerinnen und Lehrer zu hören. Unter Bedachtnahme auf die räumlichen Voraussetzungen und auf andere regionale Betreuungsangebote (wie zB Horte) ist eine klassen-, schulstufen- oder schul- und schulartenübergreifende Tagesbetreuung jedenfalls ab 15 angemeldeten Schülerinnen und Schülern zu führen. Kommt eine Gruppe auch bei schulartenübergreifender Führung so nicht zustande, müssen sich jedenfalls 12 Schülerinnen und Schüler angemeldet haben. 

§ 1 Abs. 2 PflSchErh-GG , § 11 Abs. 1 PflSchErh-GG§ 8 d Abs. 3 SchOG 

Bundesschulen

Vor der Festlegung, welche Standorte mit einer AHS-Unterstufe ganztägig geführt werden, sind die Erziehungsberechtigten des jeweiligen Standortes zu informieren. Bei einer getrennten Abfolge des Unterrichts- und Betreuungsteils darf ab einer Mindestzahl von 10 Schülerinnen und Schülern, die zum Betreuungsteil an mindestens drei Tagen einer Woche angemeldet sind, eine Betreuungsgruppe gebildet werden. Bei verschränkter Abfolge des Unterrichts- und Betreuungsteils entspricht die Größe der Betreuungsgruppe der Klassengröße. 

Geändert am: 03.06.2019

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