Ganztägige Schulformen – die Fakten auf einen Blick

  • Ganztägige Schulformen (GTS) können in allen allgemein bildenden Pflichtschulen (das sind Volksschulen, Sonderschulen, Neue Mittelschulen, Polytechnische Schulen) und in der AHS-Unterstufe eingerichtet werden
  • Die ganztägige Schule wird abhängig vom Bedarf der Eltern in getrennter oder verschränkter Form, an vielen Standorten auch in beiden Formen angeboten (Klassen in verschränkter Form sowie Gruppen als reine Nachmittagsbetreuung).
    • Die ganztägige Schule in getrennter Form: Hierbei handelt es sich um eine Nachmittagsbetreuung nach Abschluss des Unterrichts. Die Gruppen können  aus Schülerinnen und Schülern verschiedener Klassen, Schulstufen, aber auch aus verschiedenen Schulen oder Schularten zusammengesetzt sein. Die Kinder können am Nachmittag auch gemeinsam  Kindern aus höheren bzw. niedrigeren Klassen oder aber aus einer Nachbarschule betreut werden.
    • Bei der verschränkten Form wechseln Unterrichts-, Lern- und Freizeit im Laufe eines ganzen Tages ab. Am Vormittag können ebenso wie am Nachmittag Freizeit- oder Unterrichtszeiten stattfinden. Die Anmeldung gilt in diesem Fall immer für die gesamte Dauer, die eine Klasse in verschränkter Form geführt wird. In den Volkschulen ist das üblicherweise für die erste bis vierte Klasse der Fall. In den NMS und den AHS-Unterstufen umfasst das manchmal auch nur zwei Jahre.
  • Eine zusätzliche Möglichkeit bietet sich in der AHS-Unterstufe mit der Mittagsaufsicht: Schüler/innen, die zwischen Vormittags-und Nachmittagsunterricht nicht nachhause gehen können, werden in der Mittagszeit beaufsichtigt, auch wenn sie nicht in der GTS angemeldet sind. Details dazu 
  • Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Platz für ihr Kind in einer ganztägigen Schulform, sobald 15 Kinder zur Gründung einer Gruppe angemeldet sind; unter bestimmten Bedingungen können auch schon kleinere Gruppen eine GTS begründen. (SchOG §8d Abs. 3 bzw. siehe auch landesgesetzliche Regelungen)
  • Zuständig für die Errichtung ganztägiger Schulformen ist der/die jeweilige Schulerhalter/in
    Das ist in der Regel bei den Pflichtschulen (Volksschulen, Neue Mittelschulen, Sonderschule und Polytechnische Schule) die Gemeinde und bei der AHS-Unterstufe der Bund. Die Eltern sind in den Prozess eingebunden – sie werden bei der Einschreibung ihrer Kinder in die Schule gefragt, ob und wann sie Bedarf an einer ganztägigen Betreuung hätten.
  • Möglich ist eine tageweise Betreuung (in getrennt geführten Gruppen oder Nachmittagsbetreuung) bis  zu fünf Tagen (in beiden Formen der GTS).
  • Die Einrichtung einer GTS ist nicht von der Schulstufe abhängig. Eine GTS-Gruppe oder Klasse kann z.B. auch erst ab der 2. Klasse bzw. Schulstufe eingerichtet werden. Hier gelten dieselben Voraussetzungen wie bei der 1. Klasse/Schulstufe im Hinblick auf die Eröffnungszahlen.
  • Um ein qualitativ hochwertiges Angebot für die Kinder bieten zu können, ist in beiden Formen die Betreuung der  Schüler/innen bis mindestens 16:00 Uhr vorgesehen (mit Ausnahme des Freitags, an dem mit Beschluss des Schulforums bzw. des Schulgemeinschaftsausschusses Unterrichts- und Lerneinheiten mit 14 Uhr enden können). 
  • In der ganztägigen Schule bekommen die Kinder am Nachmittag in der Lernzeit Unterstützung durch ausgebildete Lehrer/innen  bei der Bearbeitung von Hausübungen, der Festigung der Lehrinhalte des Unterrichtsteils und individuelle Förderung.
  • Im Freizeitteil erfolgt die Förderung der kreativen, künstlerischen, musischen und sportlichen Begabungen durch pädagogisch geschultes Personal (Lehrer/innen, Erzieher/innen, Freizeitpädagog/innen etc).
  • Falls Schülerinnen und Schüler während der Zeit des Betreuungsteils regelmäßig eine Musikschule oder einen Sportverein besuchen, kann die Schulleitung die Erlaubnis dafür in dieser Zeit erteilen. 
  • Der/die Schulerhalter/in entscheidet über die Höhe des Selbstkostenanteils für Verpflegung und Freizeit. 

Geändert am: 26.07.2018

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