Chancengerechtigkeit für alle: Ausbau der Ganztagsschule 

750 Millionen bis zum Jahr 2032 im Rahmen des Bildungsinvestitionsgesetzes für den Ausbau ganztägiger Schulformen zur Schaffung eines österreichweiten Angebots an Ganztagsschulen im Umkreis von maximal 20 km zum Wohnort und zur Erhöhung der Betreuungsquote von derzeit 23 auf 40 Prozent.

Mit Inkrafttreten des Bildungsinvestitionsgesetzes am 1.9.2017 wird dieser Betrag bis 2032 in den Ausbau der ganztägigen Schulformen investiert. Bis zum Schuljahr 2018/19 werden außerdem weiterhin jährlich 160 Mio EUR aus den 15a-Vereinbarungen mit den Ländern zum Ausbau der ganztägigen Schulformen zur Verfügung stehen. Erste Antragstellungen um Mittel aus dem Bildungsinvestitionsgesetz sind für das Schuljahr 2018/19 im Nachhinein ab Sommer 2019 möglich.

Das Ziel: Ein Angebot für jedes Kind

Ziel der Bundesregierung ist, bis 2032 für Schülerinnen und Schüler eine Betreuungsquote von 40% in ganztägigen Schulformen zu erreichen. Für jede Familie soll es möglich sein, dass ihre Kinder in einem Umkreis von nicht mehr als 20 km vom Wohnort eine ganztägige Schule in jedem Schultyp besuchen können – ein Angebot für alle, die es wollen.

Die Vorteile der ganztätigen Schulformen

Besserer Lernerfolg, weniger Sitzenbleiber

Gute Ganztagsangebote stärken die Motivation der Schülerinnen und Schüler, bieten mehr Raum für soziales Lernen – die Schulnoten werden besser, die Zahl der Sitzenbleiber ist deutlich geringer – ohne Ganztagsbetreuung wiederholen Schülerinnen und Schüler 6 mal so oft.

Anteil der Klassenwiederholungen

Weniger Lernaufwand, weniger Kosten für Nachhilfe

2015 gaben Eltern 110 Millionen für Nachhilfe aus. Wenn ganztägige Schulformen besucht werden, wird eine kostenpflichtige Nachhilfe um 20% weniger in Anspruch genommen. Das ist uns wichtig. Die Chancen der Kinder sollen unabhängig davon sein, was eine Familie sich leisten kann.

Beruf und Familie besser vereinbaren – mehr Jobchancen für Frauen

In Österreich arbeitet rund die Hälfte der Frauen Teilzeit. 49 % von ihnen geben dafür als Grund Betreuungspflichten oder andere familiäre Gründe an (2015).[1] Mehr als jede dritte erwerbstätige Person (38%), die Kinder zwischen 0 und 12 Jahren betreut, wünscht sich ein ganztägiges Betreuungsangebot. Aber nur 8% dieser Befragten haben eine institutionelle Ganztagsbetreuung für ihre Kinder.[2]  Das heißt: Angebot und Nachfrage klaffen auseinander.

Die Zahlen zeigen: Je größer das Angebot an ganztägigen Schulformen, desto mehr Frauen arbeiten in Vollzeit.

Ganztägige Schulformen und Betreuungsangebote ermöglichen daher gerade Frauen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Schulische Ganztagsangebote und Vollzeitquote (GTS=Ganztagsschule; VZ=Vollzeit)


[1]
Statistik Austria: Teilzeiterwerbstätige (ILO) nach Grund für Teilzeitarbeit, Alter und Geschlecht - Jahresdurchschnitt 2015
[2]
L & R Sozialforschung: Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung - betriebliche Rahmenbedingungen aus Sicht berufstätiger Eltern

Geändert am: 30.05.2018

Nach oben