Frequently Asked Questions

1. Warum wurde die PädagogInnenbildung Neu eingeführt?

Die Einführung der PädagogInnenbildung Neu führt zu einer inhaltlichen Aufwertung und weiteren Akademisierung und dadurch zur Qualitätssteigerung der Ausbildung zukünftiger Lehrpersonen. Ziel war es, eine kompetenzbasierte Ausbildung und wissenschaftlich professionsorientierte Qualifikation nach Altersstufen und nicht für bestimmte Schularten umzusetzen, die Förderung von Durchlässigkeit und beruflicher Weiterentwicklung zu gewährleisten sowie Schwerpunktsetzungen und Spezialisierungen innerhalb der einzelnen Lehramtsstudien bei gleichzeitiger Kooperation der Pädagogischen Hochschulen und Universitäten zu ermöglichen.

2. Ab wann gelten die neuen Studienpläne?

Am 1. Oktober 2015 startete österreichweit die neue Ausbildung für den Bereich der Primarstufe bzw. die Ausbildung in der Sekundarstufe Allgemeinbildung im Entwicklungsverbund Süd-Ost (Burgenland, Steiermark, Kärnten), am 1. Oktober 2016 folgte die flächendeckende Umsetzung der Lehramtsstudien für die gesamte Sekundarstufe in der Allgemeinbildung und in der Berufsbildung.

3. Was ändert sich konkret?

  • Bolognakonforme Studienarchitektur (4-jähriges Bachelor- und 1–2 jähriges Masterstudium) gilt für alle pädagogischen Berufe, entsprechend der gesetzlichen Berufsanforderungen. Abschluss mit Bachelor of Education (BEd) bzw. Master of Education (MEd). 
  • Für alle Studierenden der neuen Lehramtsstudien an Pädagogischen Hochschulen und Universitäten ist der Durchlauf eines mehrstufigen Eignungs- und Aufnahmeverfahrens verpflichtend.
  • Die enge Kooperation der Ausbildungsinstitutionen (Pädagogischen Hochschulen und Universitäten) und die Bildung von Entwicklungsverbünden gewährleistet eine gemeinsame gleichwertige Ausbildung aller LehrerInnen für die gesamte Sekundarstufe.
  • Die neuen professionsorientierten Lehramtsstudien qualifizieren für Altersbereiche von SchülerInnen (Primarstufe oder Sekundarstufe im Bereich der Allgemeinbildung oder der Berufsbildung), nicht wie bisher für Schularten und bieten die Möglichkeit zu Schwerpunktsetzungen und Spezialisierungen in verschiedenen Themenbereichen (z. B. Inklusion, Mehrsprachigkeit, Medienpädagogik, Berufseinführung…).
  • Der Berufseinstieg erfolgt im Rahmen einer einjährigen, dienstrechtlich vorgesehenen Induktion, die durch eine Mentorin bzw. einen Mentor begleitet wird. Das Masterstudium kann unmittelbar an das Bachelorstudium angeschlossen oder berufsbegleitend absolviert werden. Eine dauerhafte Anstellung setzt die Absolvierung des Masterstudiums innerhalb von fünf Jahren voraus.
  • Angebote und Verbesserungen der dienstrechtlichen Situation erleichtern QuereinsteigerInnen den Eintritt in den Lehrberuf im Bereich der Allgemein- und Berufsbildung.
  • Ein neues Dienst- und Besoldungsrecht bietet höhere Einstiegsgehälter und ein neues Arbeitszeitmodell für neu eintretende Lehrerinnen und Lehrer. 

4. Wie sehen die Zugangsbedingungen aus?

Die Zulassung zu einem Lehramtsstudium setzt voraus:

  1. die allgemeine Universitätsreife (zum Beispiel Reife- oder Berufsreifeprüfungszeugnis)
  2. die besondere Universitätsreife für das gewählte Studium (zum Beispiel Latein in bestimmtem Ausmaß für einige Unterrichtsfächer)
  3. die für die Ausübung des Berufs der Lehrerin oder des Lehrers erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache
  4. die Eignung für das Studium und die berufliche Tätigkeit (es werden mehrstufige Aufnahme- und Eignungsfeststellungsverfahren durchgeführt, welche die Studienwerberinnen und Studienwerber verpflichtend zu absolvieren haben; nähere Informationen finden Sie auf den Websites der Pädagogischen Hochschulen, der Universitäten und allfälligen „Verbund“-Websites

5. Wie sieht der Berufseinstieg nach der neuen Ausbildung aus?

Mit Absolvierung des Bachelorstudiums sind AbsolventInnen voll ausgebildet für den Unterricht. Im ersten Berufsjahr (Induktion) werden sie durch eine Mentorin/einen Mentor begleitet. Für eine dauerhafte Anstellung ist die Absolvierung des Masterstudiums innerhalb von 5 Jahren (berufsbegleitend) erforderlich.

6. Kann man das Masterstudium auch ohne Anstellung anschließend an das Bachelorstudium absolvieren? 

Ja, entsprechende Master-Angebote, die Praxisanteile als Ersatz der Induktion anbieten, sind vorgesehen.

7. Wo kann ich was studieren?

Konkrete Auskünfte über das Studienangebot erhalten Sie von den jeweiligen Pädagogischen Hochschulen und Universitäten. 

8. Was sind Entwicklungsverbünde und was bedeutet das für die Studierenden?

Die Entwicklungsverbünde bedeuten eine enge Kooperation zwischen mehreren Pädagogischen Hochschulen und Universitäten im Lehramtsstudium Sekundarstufe Allgemeinbildung. Dies zielt auf eine einheitliche Ausbildung und optimale Nutzung der Ressourcen der Bildungseinrichtungen ab. Der Vorteil für Studierende liegt in der Sicherung eines regionalen Studienangebots mit vielen Optionen und Wahlmöglichkeiten. 

Folgende Verbünde stehen zur Verfügung:

EV West
Pädagogische Hochschule Tirol, Pädagogische Hochschule Vorarlberg, Private Pädagogische Hochschule Edith Stein, Universität Innsbruck, Universität Mozarteum Salzburg 

EV Mitte
Pädagogische Hochschule Oberösterreich, Pädagogische Hochschule Salzburg, Private Pädagogische Hochschule Linz, Private Pädagogische Hochschule Edith Stein, Universität Linz, Universität Salzburg, Kunstuniversität Linz, Universität Mozarteum Salzburg  

EV Süd – Ost
Pädagogische Hochschule Steiermark, Pädagogische Hochschule Kärnten, Private Pädagogische Hochschule Graz, Private Pädagogische Hochschule Burgenland, Universität Graz, Kunstuniversität Graz, Technische Universität Graz, Universität Klagenfurt

EV Nord-Ost
Pädagogische Hochschule Wien, Pädagogische Hochschule Niederösterreich, Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Private Pädagogische Hochschule Wien/Krems, Universität Wien

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten des jeweiligen Entwicklungsverbundes.

9. Was ist ein Quereinsteigerstudium?

„Quereinsteigerstudien“ sollen Personen mit einer akademischen, fachwissenschaftlichen Ausbildung und entsprechender, einschlägiger Berufserfahrung den Umstieg in den Beruf als Lehrerin oder Lehrer ermöglichen.

Der „Quereinstieg“ ist in der Sekundarstufe Berufsbildung (Unterricht von Schülerinnen und Schülern im Alter von 14-19 Jahren an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen - BMHS) schon seit mehreren Jahren ein sehr erfolgreiches Beispiel. Im gemeinsamen Studienrecht (in Kraft seit 1.10.2017) wurde auch ein neues Modell für Berufsumsteigerinnen und Berufsumsteiger im Bereich der Sekundarstufe Allgemeinbildung (Unterricht von Schülerinnen und Schülern im Alter von 10-18 Jahren an MS, PTS und AHS) verankert. Es ist in beiden Modellen Voraussetzung für die Zulassung zu einem entsprechenden „Quereinsteiger“-Studium, dass Studienwerberinnen und Studienwerber bereits ein fachwissenschaftliches Studium absolviert haben, das – dem Fachlehrer/innen-System entsprechend – einem bestimmten Unterrichtsgegenstand oder Fachbereich entspricht. Die fachwissenschaftliche Ausbildung soll im Rahmen eines „Quereinsteigerstudiums“ um bildungswissenschaftliche, fachdidaktische und pädagogisch-praktische Inhalte ergänzt werden. 

Im Bereich der Sekundarstufe (Allgemeinbildung) dürfen entsprechende Studienangebote ausschließlich nach Maßgabe des Bedarfs an Absolventinnen und Absolventen in den jeweiligen Unterrichtsgegenständen eingerichtet werden und sind in Kooperation der Universitäten und Pädagogischen Hochschulen durchzuführen.

10. Wie komme ich zu einer Anstellung als Lehrerin/Lehrer?

Für eine Anstellung als LehrerIn muss man sich an die jeweils zuständige Landesschulbehörde (Bildungsdirektion) wenden. Bewerbungen sind daher ebenfalls an  die Bildungsdirektion zu richten, die für das jeweilige Bundesland zuständig ist, in dem sich der angestrebte Verwendungsort befindet.

11. Wie und wo stelle ich einen Antrag auf Nostrifikation?

Das BMBWF ist zuständig für 

  • Lehrämter an Pflichtschulen / EU/EWR-Staaten sowie der Schweiz:
    Der Antrag auf die Durchführung eines Berufsanerkennungsverfahrens ist bei jener Bildungsdirektion durchzuführen, in deren Zuständigkeitsbereich die Berufstätigkeit erfolgen soll. 
  • Lehrämter an Pflichtschulen / Drittstaaten:
    Der Antrag auf Nostrifizierung (Anerkennung eines ausländischen Studiums als Abschluss eines inländischen ordentlichen Studiums) ist an einer Pädagogischen Hochschule zu stellen, an der das entsprechende inländische Studium eingerichtet ist. .Nähere Informationen erhalten Sie an den Pädagogischen Hochschulen.
  • Lehrämter an Höheren Schulen / Drittstaaten:
    Der Antrag auf Nostrifikation ist an einer Universität zu stellen, die ein österreichisches Studium anbietet, welches mit der ausländischen Ausbildung vergleichbar gemacht werden kann.
  • Lehrämter an Höheren Schulen / EU/EWR-Staaten sowie der Schweiz 
    Der Antrag auf Einleitung eines beruflichen Anerkennungsverfahrens wäre im Wege einer Bewerbung vorzulegen.

Geändert am: 27.09.2019

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