Jugend Innovativ 2012: Sechs Teams aus Wien, Oberösterreich und Salzburg beim Bundesfinale in Wien prämiert

Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner zeichnete am 1. Juni 2012 am FH Campus Wien die Sieger-Teams der 25. Wettbewerbsrunde von Jugend Innovativ aus. Sechs junge Teams aus Oberösterreich, Salzburg und Wien konnten sich in ihren Kategorien gegen insgesamt 539 eingereichte Projekte durchsetzen. „Unser Wettbewerb ist ein ideales Sprungbrett für Nachwuchsforscher, die ihre neuen Ideen in ausgereifte Produkte und Dienstleistungen umsetzen", sagte Mitterlehner bei der Preisverleihung. "Alle Teilnehmer erwerben durch die Arbeit an ihren Prototypen Schlüsselqualifikationen für ihre spätere Berufskarriere und können noch dazu erste Kontakte zu Unternehmen knüpfen. Damit stärken wir auch die Innovationskultur, die wir dringend brauchen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich langfristig zu sichern und zu stärken“, so Mitterlehner unter Verweis auf die 539 Einreichungen für den Wettbewerb 2012.

„Innovationsfähigkeit und Kreativität werden in einer dynamischen und wissensbasierten Gesellschaft immer wichtiger. Diese grundlegenden Kompetenzen, die von der jungen Generation im Berufsleben erwartet werden, werden durch den Wettbewerb Jugend Innovativ bereits im Schulalter gefördert. Der Wettbewerb leistet einen wichtigen Beitrag beim Heranführen junger Talente an breite wissenschaftliche Themenbereiche und darüber hinaus vor allem bei der Entwicklung kreativer und innovativer Lösungsansätze. Jugend Innovativ initiiert und fördert Projekte von SchülerInnen, die nicht nur Ideen haben, sondern auch die Umsetzung und Nutzbarmachung dieser Ideen darstellen können. Er macht den jungen Leuten Mut ihre Ideen vorzustellen, umzusetzen und sich einem Wettbewerb zu stellen“ erklärt Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied.

In der aktuellen Wettbewerbsrunde stellten rund 1.700 Schülerinnen und Schüler mit 539 innovativen Projekten in den Kategorien Design, Business, Science, Engineering sowie den Sonderpreis-Kategorien Klimaschutz und idea.goes.app ihr Innovations- und Kreativitäts-Potenzial unter Beweis. Den Einzug ins dreitägige Bundes-Finale des österreichweiten Innovationswettbewerbs hatten 30 Teams geschafft.

Sechs Projekt-Teams überzeugen mit Spitzenleistungen

Der jährlich stattfindende Schulwettbewerb wird vom Wirtschaftsministerium und vom Unterrichtsministerium finanziert und von der Förderbank austria wirtschaftsservice (aws) abgewickelt. Die klassischen Bereiche wie Engineering, Business, Science und Design wurden mit Unterstützung der Sponsorpartner Raiffeisen Klimaschutz Initiative und T-Systems Austria um die Sonderpreis-Kategorien Klimaschutz und idea.goes.app erweitert. Im Finale der aktuellen Wettbewerbsrunde setzten sich folgende Projekte durch (Fotos von den Preisträgerinnen und Preisträgern sowie die detaillierten Projektbeschreibungen sind unter www.jugendinnovativ.at abrufbar):

Engineering: Der erste Platz in der Kategorie Engineering ging an vier Schüler und eine Schülerin der HTL Wels. Das 5-köpfige Team „Cam Guard“ entwickelte im Auftrag eines großen österreichischen Stahlerzeugers einen Aufbau für Überwachungskameras in Produktionsstätten, der verhindert, dass sich Wasserdampf, Staubpartikel und Ölfilm am Kameraglas ablagern oder durch hohe Temperaturen festkleben können. Durch den gezielten Einsatz von Druckluft, die aus speziell geformten Düsen strömt, werden Partikel einfach weggeweht und können so nicht die Bildqualität beeinträchtigen. Der innovative Aufbau hält extremen Bedingungen stand und wird zurzeit im Stahlwerk getestet.

Business: Mit dem Hauptpreis in der Kategorie Business wurde das Projekt „viva Aronia“ der HLFS Ursprung aus Salzburg ausgezeichnet. Die zehn Schülerinnen und Schüler haben die Wirtschaftlichkeit der nachweislich äußerst gesunden und bei uns noch weitgehend unbekannten Apfelbeere – auch Aronia genannt – untersucht. Einer Markterhebung zu Geschmacksempfinden, Erwartungen und Preisvorstellungen potentieller Konsument/innen folgte die Entwicklung wohlschmeckender Produkte, wie etwa Fruchtgummis und Trinkjoghurt. Mit seiner Produktpalette „viva Aronia“ ist es dem Team gelungen, Konsument/innen für die Apfelbeere zu begeistern und Produzent/innen der Region eine interessante Alternative in der Landwirtschaft anzubieten.

Science: In der Kategorie Science konnten die zwei Schüler Lucas Sulzberger und Robert Gautsch der HTBLuVA Salzburg die Expert/innen-Jury mit ihrem Projekt „ICA-Method“ überzeugen. In Kooperation mit einer Käserei entwickelten sie ein völlig neuartiges Analyseverfahren zum rascheren Nachweis des schädlichen Erregers Clostridium sporogenes auf Lebensmitteln. Das innovative Verfahren ermöglicht Lebensmittelherstellern kontaminierte Nahrung, die dem Menschen gefährlich werden kann, schneller aufzuspüren, um so gegebenenfalls noch vor Auslieferung der Nahrungsmittel entsprechende Maßnahmen setzen zu können. Konsument/innen werden so noch besser vor gesundheitsschädigenden Bakterien bewahrt und Lebensmittelhersteller können kostspieligen und mitunter rufschädigenden Rückrufaktionen vorbeugen.

Design: In der Kategorie Design ging der Hauptpreis an das 4-köpfige Team der HTL 3 Rennweg aus Wien für ihr Projekt „The Movie Bundle“. Die Schüler entwickelten ein Komplettpaket für Neueinsteiger/innen im Bereich des Filmdrehs. Das Paket besteht aus Video-Anleitungen, die Schritt für Schritt erklären, wie man an eine Filmproduktion mit minimalem Budget herangeht. Mit hilfreichen Tipps zu Themen wie Kameraführung, Sound, Schnitt und Effekte sowie Bauanleitungen für normalerweise sehr teures Equipment, erleichtern die Schüler Interessierten den Einstieg in die Wissenschaft des Filmemachens. Dass ein professionelles Filmprojekt auch mit geringen Mitteln gelingen kann, bewies das Team mit seinem spannenden und zum Nachdenken anregenden Kurzfilm „Hack-Man“.

Sonderpreis "idea.goes.app Award" von T-Systems Austria: Verbessern, verändern, erneuern: Mit diesem Appell richtete sich T-Systems Austria als langjähriger Kooperationspartner an junge Talente mit innovativen, praktischen und smarten Ideen für App-Konzepte oder -Entwicklungen für die Bereiche Gesundheit, Energie und Mobilität. Der idea.goes.app Award ging an das Trio der HTBLuVA Salzburg für das Projekt „First Aid Live“. Das Team entwickelte eine Erste Hilfe Applikation für Erst-Helfer/innen, die durch geführte Anweisungen eine optimale Erstversorgung im Ernstfall gewährleistet. Außerdem werden die bereits durchgeführten Erste Hilfe Maßnahmen sowie die GPS-Koordinaten der Erst-Helfer/innen auf einer eigens erstellten Webseite protokolliert, um eine schnelle Verbindung zwischen Ärzt/innen und Patient/innen zu ermöglichen. Die App steht sowohl auf Android und Apple iOS Umgebungen, als auch auf einer plattformunabhängigen Internetseite zur Verfügung.

Sonderpreis "Raiffeisen Klimaschutz Award": Den Sonderpreis der Raiffeisen Klimaschutz Initiative erhielt Lukas Bernhofer von der HTL Braunau. Der Schüler entwickelte eine intelligente Steuerung für elektrische Geräte, die eine bessere Nutzung alternativer Energien ermöglicht. Bei Windstille und Schlechtwetter wird damit nicht mehr automatisch auf Strom von fossilen Energiequellen zurückgegriffen. Die Steuerung stimmt die Zeiten von Energieproduktion und -nutzung ideal aufeinander ab und gewährleistet eine ressourcensparende Kommunikation zwischen Stromquelle und den einzelnen Geräten. So warten beispielsweise Geschirrspüler, Heizung und Akkus startbereit, bis etwa die Photovoltaikzellen am Dach genügend Energie für einen Durchlauf oder einen Ladevorgang erzeugt haben.

Dank der Unterstützung der Raiffeisenclubs gab es auch dieses Jahr wieder fünf Halbfinal-Events in Klagenfurt, Innsbruck, Braunau, Wien und Mödling. Dort wurden im Vorfeld die besten Projekte aus den Bundesländern präsentiert und die Tickets zum Bundesfinale 2012 verliehen.

Attraktive Preise für die talentierten Nachwuchsforscher/innen

Die Siegerinnen und Sieger von Jugend Innovativ erhielten Geldpreise in der Höhe von über 30.000 Euro. Zudem werden die Teams zu internationalen Innovations- und Wissenschaftswettbewerben in Europa, in die USA und nach Asien entsandt. "Die Finalistinnen und Finalisten erhalten damit die Chance, ihre im Rahmen von Jugend Innovativ erworbenen Erkenntnisse und Projektresultate auch außerhalb unseres Landes zu präsentieren und internationale Anerkennung zu bekommen. Die Wettbewerbsteilnahme ist für viele ein erster wichtiger Karriereschritt und ermöglicht es Österreichs Nachwuchsforscher/innen sich Qualifikationen für den späteren Berufseinstieg anzueignen“, betont Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der austria wirtschaftsservice (aws), der abschließend nochmals allen Preisträgerinnen und Preisträgern gratulierte.

Jugend Innovativ fördert Schlüsselqualifikationen für die Berufskarriere

Jugend Innovativ ist der größte österreichweite Schulwettbewerb für innovative Ideen. Der Wettbewerb ermöglicht jungen Menschen, ihre eigenen Ideen weiterzuentwickeln, zu verwirklichen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. So werden neue Chancen für die zukünftige Laufbahn der Schülerinnen und Schüler gebildet. Weitere Informationen über den Wettbewerb, die Siegerprojekte sowie Fotos der aktuellen Gewinnerinnen und Gewinner sind im Internet unter www.jugendinnovativ.at abrufbar.

Über Jugend Innovativ

Ziel des österreichweiten Schüler/innen-Wettbewerbes ist, das Kreativitätspotenzial, die Innovationskraft und den Ideenreichtum junger Talente und Nachwuchsforscher/innen zu fördern und ans Tageslicht zu bringen. Die Teilnahme bietet innovativen Schüler/innen und Lehrlingen im Alter von 15 bis 20 Jahren die einmalige Chance, eine Idee zu einem umfassenden Projekt weiter zu entwickeln. Bisher haben 6.000 Projekt-Teams am Wettbewerb teilgenommen, die insgesamt Zuschüsse in der Höhe von 1,4 Millionen Euro für ihre Projekte erhielten.

Geändert am: 06.04.2018

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