Pädagogisches Paket

Nachbessern, wo es notwendig und sinnvoll ist, aber nicht völlig umkrempeln – das ist die Devise des sogenannten Pädagogischen Pakets, an dem das BMBWF in dieser Regierungsperiode arbeitet. Es umfasst ein ganzes Bündel an Maßnahmen – angefangen von der Feststellung der Schulreife, der Notengebung, den Übertritten von der Volks- in die Neue Mittelschule (NMS) und dann in weiterführende Schulen bis hin zur  Bildungswegentscheidung – die das Schulsystem schrittweise, aber dennoch nachhaltig verbessern sollen. Die Änderungen werden schrittweise ab dem Schuljahr 2019/20 umgesetzt. 

Bundesweit einheitliche Kriterien zur Feststellung der Schulreife

Ob ein Kind die Schulreife aufweist oder nicht, kann im Moment unterschiedlich ausfallen – je nachdem in welchem Bundesland die Schuleinschreibung erfolgt. Das soll sich mit der Einführung von bundesweit einheitlichen und klaren Kriterien ändern, die bei dem Aufnahmegespräch für die Volksschule berücksichtigt werden müssen. Sie helfen, frühzeitig zu erkennen, wo möglicherweise ein Förderbedarf bei einem Kind gegeben ist bzw. ob ein Kind die Vorschulstufe besuchen soll. Dabei werden die ausreichenden Kenntnisse der Unterrichtssprache Deutsch mit einem eigenen „Sprachscreening“ festgestellt werden. Die neue Schuleinschreibung soll für das Schuljahr 2020/21 bereits österreichweit umgesetzt sein.

Klare, nachvollziehbare Leistungsbeurteilung und Benotung

Auch an einer präziseren Notengebung und einer transparenteren Leistungsbeurteilung ab dem Schuleintritt bis zur Matura wird bereits gearbeitet. Die Ziffernote wird auf „Bewertungsrastern“ beruhen, die klar abbilden, welches Wissen und welche Kompetenzen in einem Gegenstand bereits erreicht wurden. Damit wird für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern die Leistungsbeurteilung nachvollziehbarer werden. Das ist auch der Grund, weshalb die bestehende „siebenteilige Notenskala“ an den Neuen Mittelschulen mit der Unterscheidung in „grundlegende“ und „vertiefende Allgemeinbildung“ wieder auf das  klassische fünfteilige Notensystem rückgeführt werden soll. Um dennoch auf die Schülerinnen und Schüler individuell eingehen zu können, sind in Deutsch, Mathematik und in der ersten lebenden Fremdsprache, zwei Leistungsniveaus ab der 6. oder 7. Schulstufe geplant – „Standard“ und „Standard AHS“. Auch diese Änderungen werden mit dem Schuljahr 2019/2020 in Kraft treten.

Treffsicherere Bildungs- und Berufswegentscheidung 

Das Pädagogikpaket zielt aber ganz grundsätzlich auf eine individuellere passgerechtere Leistungs- und Kompetenzbeurteilung ab. Sie soll Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern die Wahl des richtigen Bildungs- und Berufswegs erleichtern. Das gilt vor allem für den Übertritt von der Volksschule - in die Sekundarstufe I (NMS/AHS-Unterstufe) und von dort in eine weiterführende Ausbildung. Dazu werden Mindest- und Regelkompetenzen sowie neue Leistungsfeststellungsinstrumente mit verpflichtenden Eltern-Schüler/innen-Lehrer/innen-Gesprächen festgelegt.

Geändert am: 04.10.2018

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