Was ist neu im Schuljahr 2018/19?

Pädagogikpaket

Nachbessern, wo es notwendig und sinnvoll ist, aber nicht völlig umkrempeln – das ist die Devise des sogenannten Pädagogischen Pakets, an dem das BMBWF in dieser Regierungsperiode arbeitet. Es umfasst ein ganzes Bündel an Maßnahmen – angefangen von der Feststellung der Schulreife, der Notengebung bis hin zur  Bildungswegentscheidung – die das Schulsystem schrittweise, aber dennoch nachhaltig verbessern sollen. Die Änderungen werden schrittweise ab dem Schuljahr 2019/20 umgesetzt.
Pädagogikpaket

Masterplan Digitalisierung

Die Digitalisierung erfasst schon heute fast alle Lebensbereiche. Es führt kein Weg daran vorbei, das Bildungswesen an die künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen junger Menschen anzupassen. Mit dem Masterplan Digitalisierung soll der Unterricht noch zeitgemäßer und moderner gestaltet werden. Ziel ist es, die Veränderungen, die sich durch die fortschreitende Digitalisierung ergeben, stufenweise und vor allem flächendeckend in das österreichische Bildungssystem einfließen zu lassen.
 Masterplan Digitalisierung

Erasmus 2021 bis 2027

Der Rat der Bildungsminister hat vergangene Woche eine gemeinsame Ratsposition zur Zukunft des Bildungs- und Mobilitätsprogramms Erasmus beschlossen und damit die Weichen dafür gestellt, dass zukünftig noch mehr (junge) Menschen mobil werden können. Neben einer Erhöhung des Budgets werden neben Lehrenden, Studierenden und Schüler/innen zukünftig auch verstärkt Lehrlinge angesprochen werden. Auch die Implementierung der sogenannten „European Universities“ ist ein Teil des neuen Programms. 
Erasmus 2021 bis 2027

Deutschförderklassen

Neueinsteiger/innen (Schulanfänger/innen und auch Quereinsteiger/innen), die dem Unterricht auf Grund unzureichender Sprachkenntnisse nicht folgen können, werden ab dem Schuljahr 2018/19 in eigenen Deutschförderklassen unterrichtet. Die Deutschförderklassen erhalten einen eigenen Lehrplan, der den raschen Erwerb der Deutschkenntnisse pädagogisch in den Mittelpunkt rückt. Nach einem Semester wird das Sprachniveau der Schülerinnen und Schüler erneut getestet: Können die Kinder und Jugendlichen dann bereits dem Unterricht folgen, verlassen sie die Deutschförderklasse und nehmen am Regelunterricht teil. Dort können sie mit 6 Zusatzstunden weiterhin gefördert werden. Kinder, die dem Unterricht noch nicht folgen können, bleiben in der Deutschförderklasse und werden am Ende des Schuljahrs neuerlich getestet. 
Deutschförderklassen und Deutschförderkurse

Schulpflichtverletzung

Auch fürs unentschuldigte Fernbleiben vom Unterricht gelten ab kommendem Schuljahr neue Regeln: Wenn eine Schulpflichtverletzung unter drei Tagen vorliegt, können Schulleitung und Lehrer/innen ab Herbst Sofortmaßnahmen, z.B. Verwarnungen, setzen. Wer an mehr als drei Unterrichtstagen unentschuldigt fehlt, muss mit einer Anzeige rechnen. Dabei sind Verwaltungsstrafen von 110 Euro bis 440 Euro (Höchstgrenze) vorgesehen. Die neue, praxisorientierte Regelung ersetzt den bisherigen Fünf-Stufen-Plan.
Schulpflichtverletzung

Schulreifekriterien

Ab Herbst gilt für die Schuleinschreibung österreichweit ein einheitlicher, verbindlicher Kriterienkatalog. Dabei werden u.a. Feinmotorik, „zahlenbezogenes Vorwissen“ oder Sprachkenntnisse getestet. Das neue Modell soll Schulleitung und Eltern dabei unterstützen, den Entwicklungsstand und die Kompetenzen der Kinder nach einheitlichen Kriterien festzustellen. 

Schulautonomie (u.a. Auswahl von Lehrpersonen)

Ab kommendem Schuljahr können die Schulleitungen die neuen Lehrpersonen selbst auswählen. Sie können selbstständig strukturierte Bewerbungsgespräche mit den Bewerber/innen führen und haben so die Gelegenheit, diese kennen zu lernen und sich über die eigenen Erwartungen und Anforderungen auszutauschen. An den Bundesschulen beginnen die Lehrer/innen, die von den Schulleitungen ausgewählt wurden, bereits zu unterrichten. Auch die Pflichtschulen haben diese Möglichkeit ab kommendem Schuljahr.
Blog zur Schulautonomie

Digitale Grundbildung

Ab kommendem Schuljahr steht eine neue Verbindliche Übung im Lehrplan der AHS-Unterstufe und der Neuen Mittelschule. Im Mittelpunkt der Verbindlichen Übung stehen u.a. die digitalen Anwenderkenntnisse von Betriebssystemen, digitale Kommunikation und soziale Medien, der sichere und kritische Umgang mit dem Internet, Aspekte des Medienwandels sowie Problemlösefähigkeiten. Die schulautonome Umsetzung der Verbindlichen Übung räumt Schulen eine Reihe von Gestaltungsmöglichkeiten ein: zeitlicher Umfang, Schulstufen, in denen die Verbindliche Übung unterrichtet wird sowie die Form des Unterrichts (eigener Gegenstand, integrativ im Fachunterricht oder in einer Mischform) können von jeder Schule frei gewählt werden.
Digitale Grundausbildung

Schüler/innenparlament

Ab Herbst ist die jährliche Abhaltung eines Schüler/innenparlaments gesetzlich verankert. Die Zusammensetzung soll sich grundsätzlich aus allen Schülervertreter/innen der Landeschüler/innenvertretungen und der Zentrallehranstaltenschüler/innenvertretung ergeben. Die organisatorische Abwicklung obliegt der Bundesschüler/innenvertretung, der Vorsitz dem/der Bundesschulsprecher/in.

Bildungsdirektionen

Die neu geschaffenen Bildungsdirektionen werden ab 1. Jänner 2019 die gesamte Schulverwaltung des jeweiligen Bundeslandes als gemeinsame Behörde von Bund und Land organisieren. Die Grundlage für diese Neustrukturierung wurde mit dem Bildungsreformgesetz 2017 geschaffen. An der Spitze der Bildungsdirektion steht in Zukunft der Bildungsdirektor bzw. die Bildungdirektorin, der/die vom Bundesminister im Einvernehmen mit dem Landeshauptmann / der Landeshauptfrau für fünf Jahre bestellt wird. 

Rauchverbot 

Mit dem In-Kraft-Treten  der letzten Novelle zum Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG) gilt an den Schulen ein generelles Rauchverbot. Auch  das Rauchen auf schulischen Freiflächen wird nun ausdrücklich untersagt. Damit können in Hausordnungen  keine Ausnahmen mehr für Schülerinnen und Schüler an AHS-Oberstufen oder an BMHS oder andere Personen mehr vorgesehen werden.  

Von der Neuregelung betroffen sind auch Lehrerinnen und Lehrer sowie all an der Schule Beschäftigte. Bisher durften diese Personen auf schulischen Freiflächen rauchen, sofern in Verhaltensvereinbarungen nichts Gegenteiliges festgelegt war. Das Rauchverbot umfasst darüber hinaus auch Erziehungsberechtigte sowie alle Personen, die sich - aus welchem Grund auch immer - auf der Schulliegenschaft aufhalten.

Da der Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutz im öffentlichen Raum nach dem Gesetzestext umfassend ist, gilt das Rauchverbot auch in Zeiten, in denen kein Unterricht stattfindet. Zulässig ist nur das Rauchen in Wohnungen für Schulwarte oder Lehrkräfte an Schulen, denen nach dem TNRSG Privatsphäre zuerkannt wird.

In den Schulgebäuden selbst ist das Rauchen schon seit 2006 untersagt. 

Geändert am: 03.12.2018

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