Unterrichtsprinzip "Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung"

Seit 1979 ist Umweltbildung auch als Unterrichtsprinzip im österreichischen Schulwesen verankert. 
Unter­richtsprinzipien tragen zur Verwirklichung jener Bildungs- und Erziehungsaufgaben der Schule bei, die vor allem ein fächerübergreifendes Zusammenwirken mehrerer Unterrichtsgegenstände erfordern.
Umweltbildung will Bewusstsein schaffen für die Begrenztheit unserer Lebensgrundlagen, sie will Bereitschaft sowie Handlungskompetenz für ein aktives Mitgestalten der Umwelt fördern. Der zugrunde liegende Umweltbegriff umfasst sowohl die natürliche Umwelt als auch die kulturelle, technische, gebaute und die soziale Umwelt.

Was ist Umweltbildung? 

Umweltbildung beschäftigt sich mit der Beziehung Mensch und Umwelt. Im Zentrum stehen die Förderung der Handlungsbereitschaft und die Befähigung des Menschen zum respektvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen im Spannungsfeld von individuellen und gesellschaftlichen sowie ökologischen und ökonomischen Interessen.

Umweltbildung will Perspektiven entwickeln sowie Kompetenzen und Haltungen zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft unter Bedachtnahme auf Ressourcenschonung und Verteilungsgerechtigkeit fördern. Umweltbildung ist ein globales Anliegen, das auf internationalen Dokumenten und Vereinbarungen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UNESCO und UNEP) sowie wissenschaftlichen Publikationen basiert.

Grundsatzerlass Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung

2014 wurde der Grundsatzerlass aktualisiert und neu konzipiert. Grundsatzerlass Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung bildet die Grundlage für alle Aktivitäten im Bereich Umweltbildung und für das ÖKOLOG Programm und Netzwerk.

Der Grundsatzerlass gilt für alle Schulstufen aller Schularten. Inhalte und Zielsetzungen des Grundsatzerlasses sind in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pädagogischen Hochschulen, der Bildungsanstalten für Elementarpädagogik sowie der Bildungsanstalten für Sozialpäda­gogik umzusetzen.

Grundsatzerlass zur Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung

Zusammenwirken mit anderen Unterrichtsprinzipien

Bei der Behandlung von Umweltthemen im Unterricht werden gleichzeitig auch Ziele anderer überfachlicher Themen umgesetzt. Inhaltliche, didaktische und methodische Wechselwirkungen ergeben sich besonders zu den Unterrichtsprinzipien

Umweltthemen und -aspekte werden auch bei der Behandlung dieser Unterrichtsprinzipien berücksichtigt und umgesetzt.

Lehrplanbezüge

Lehrplanbezüge Umweltbildung 

Unterstützungsstruktur

Kompetenzen

Kompetenzlandkarte Umweltbildung 

Prototypische Beispiele

Prototypische Beispiele Umweltbildung

ÖKOLOGisierung von Schulen - Bildung für Nachhaltigkeit

Das ÖKOLOG Programm und Netzwerk ist eine Initiative des BMBWF und unterstützt Schulen auf dem Weg zu einer nachhaltigen ökologischen Alltagskultur. Ziel des Programms ist eine nachhaltige ökologische und soziale Schulentwicklung, die für das schulische Umfeld beispielgebend wirkt. Das Netzwerk umfasst über 570 Schulen inkl. neun Pädagogische Hochschulen und einer Bildungsdirektion.

Seit 19Jahren setzen ÖKOLOG-Schulen das Unterrichtsprinzip „Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung“ um und vermitteln Schüler/innen Kompetenzen für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

Zahlreiche Projekte und die praktische Umsetzung im Schulalltag (wie Energie- und Ressourcen sparen, Abfallvermeidung, bewusste Ernährung) sorgen bei der Ausbildung junger Menschen für einen unschätzbar hohen Mehrwert für unser alltägliches Miteinander.

Die Aktionsbereiche von ÖKOLOG reichen von Mobilität über Reduzieren von Emissionen und Schulraumgestaltung bis hin zu Kultur des Lernens und Lehrens. Projekte zu diesen Aktionsbereichen leisten einen Beitrag zur Bewältigung der aktuellen globalen Herausforderungen (Klimawandel, Ernährungssicherheit, Energieversorgung, Ressourcenverknappung, Biodiversität u.a.) sowie zur Erreichung der Sustainable Development Goals (Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen).

Das Handbuch für ökologisches Schulmanagement bietet eine gut lesbare Anleitung mit einfachen Methoden samt theoretischem Hintergrund, mit denen Initiativen an der Schule systematisch überprüft und weiterentwickelt werden können.

Umweltzeichen für Schulen und Pädagogischen Hochschulen

Anhand der Umweltzeichen-Kriterien werden Bildungsleistungen (wie umweltorientiertes Schulqualitätsprogramm (SQA,QIBB), Projektunterricht), Umweltleistungen (wie Abfallkonzept, Energiebefund) und Gesundheitsleistungen (wie Gesundheitsförderung, Ernährung, Hygiene) dokumentiert und zertifiziert. Die Republik Österreich vergibt, vertreten durch das BMNT, das von Friedensreich Hundertwasser entworfene Umweltzeichen, das als Verbandsmarke gemäß § 63 des Markenschutzgesetzes registriert ist. Die Vergabe des Umweltzeichens für Schulen und Pädagogischen Hochschulen erfolgt im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Das ÖKOLOG-Programm dient als Grundlage.

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Geändert am: 15.07.2019

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